Ein Verein am Scheideweg

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Die Scheerer Mühle in Oberkochen sucht nach einer Lösung für die Personalprobleme.
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  Der 2004 gegründete Mühlenverein hat Personalprobleme.

Oberkochen. Herbert Soutschek gilt zu Recht als „Mühlenvater“, hat sich immens und mit nimmermüdem Einsatz zusammen mit seiner Gattin Regina fürs Mühlen-Ensemble eingesetzt. Im Oktober vergangenen Jahres war ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. Jetzt ist er gesundheitlich stark angeschlagen und steht nicht mehr zur Wiederwahl. Die Mitgliederversammlung wurde mehrfach verschoben. Schon seit längerer Zeit grummelte es im noch vorhandenen Vorstandsteam. Von einer nötigen Wachablösung war die Rede.

Vom Vorstand ist inzwischen nur noch Melanie Fiedler übrig geblieben.  Der Mühlenverein ist von immenser Bedeutung, hat sich doch die Stadt mit ihrer Schenkung an den Mühlenverein stark engagiert. Auch bei der Stadt ist man betroffen von der aktuellen Entwicklung und man sucht nach einer Lösung. Zweck des Vereins ist die Erhaltung, Wiederherstellung, Restaurierung, Sanierung und Belebung des Mühlenensembles der Scheerer-Mühle.

Derzeitige Lage tolerieren

„Nicht erst seit der Corona-Pandemie scheint der Verein 2021 an einem Wendepunkt seiner Geschichte zu stehen, besteht er doch in seiner Vorstandschaft nur noch aus einem wackeligen Gerüst““, heißt es wörtlich auf der Internet-Seite des Mühlenvereins. Der erste Vorsitzende sei gesundheitlich nicht mehr in bester Verfassung und was die aktiven Helfer betreffe, so hätten sich zahlreiche Mitglieder in den Stand eines passiven Mitglieds zurückgezogen.„Man darf auf die nächste Mitgliederversammlung gespannt sein, wie sich die Teilnehmer zur gegenwärtigen Situation äußern werden“, so weiter auf der Homepage. Die Frage sei, toleriere die Mitgliederversammlung diederzeitige  Lage oder könne diese aus sich heraus zur nächsten Wahl einen neuen Vorstand hervorbringen oder nicht. Ende November 2021 wurde ein Termin für die 16. Mitgliederversammlung des Mühlenvereins auf den 11. März 2022 gesetzt. Der Termin fiel flach.  Am 26. Februar  wäre der letzte vertretbare Termin gewesen,  zur angekündigten Mitgliederversammlung im Amtsblatt einzuberufen.

Keine einfache Situation

Es sei richtig, dass Herbert Soutschek nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stehe, so Bürgermeister Traub. Das bestätigt auf Nachfrage der SchwäPo Herbert Soutschek. „Es ist keine einfache Situation beim Mühlenverein, ähnlich wie jüngst bei den Naturfreunden“, fügte Traub hinzu. Darüber hinaus müssten aberweitere Posten wie zweiter Vorsitzender, Schatzmeister und Schriftführer komplett neu besetzt werden. Auch die im Vorstand noch übrig gebliebene Schriftführerin Melanie Fiedler wolle aufhören. Traub betonte, sich zusammen mit Melanie Fiedler auf die Suche nach geeigneten Personen zu machen. Die derzeitige Situation sei nicht atypisch und nur auf den Mühlenverein bezogen. Mittlerweile werde es immer schwerer, Leute zu finden, die Verantwortung in einem Verein übernehmen wollten. „Sobald wir geeignete Personen gefunden haben, werden wir eine Mitgliederversammlung mit Wahlen einberufen“, blickt Traub „in die nächsten Wochen.“

Verlust für Geselligkeit

Helfen bei der Suche will auch ORGA-Vorsitzender Karl Kehrle, wie er bei der Frühjahrstagung betonte. Dass die Mühlenscheune für Vereine im gesamten Jahr geschlossen bleibt, ist ein herber Verlust für Geselligkeit und Kultur. „Es ist einiges liegen geblieben, es ist keine Logistik vorhanden“, so Traub abschließend. ⋌Lothar Schell

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