Ein Verein mit sozialem Gesicht

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Das Gesicht der AWO Oberkochen ist Gerda Böttger. Foto: ls
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Der AWO-Ortsverband Oberkochen feiert am 8. Oktober sein 75-jähriges Bestehen. Ein Blick auf die Erfolgsgeschichte.

Oberkochen. Die Wertstellung des hiesigen AWO-Ortsvereins steht und fällt in erster Linie mit der Person von Gerda Böttger, der ersten Ehrenbürgerin der Stadt. Bürgermeister Peter Traub bezeichnet die AWO als feste Größe in Oberkochen und er fügt hinzu: „Der Verein hat ein Gesicht und dies ist Gerda Böttger.“

Als 2018 die Ausstellung „50 Jahre Stadtergebung im Rathaus eröffnet wurde, spielte auch der soziale Einsatz der Arbeiterwohlfahrt eine nicht unbedeutende Rolle. Seit sage und schreibe 47 Jahren leitet Böttger den Ortsverband und dies mit sehr viel Herzblut.

1947 war in wirtschaftlich sehr schwieriger Zeit die Gründung erfolgt, um hilfsbedürftigen Menschen besser unterstützen zu können. Gerda Böttger berichtet im Gespräch auf die schlimmen Jahre in NS-Zeiten mit Schikanen, Verhaftungen und Verbot und auf die Wiedergründung der unabhängigen Organisation. Sie erinnerte auch an die legendären Seniorennachmittage im Naturfreundehaus und an den 1978 gegründeten Seniorentanzkreis, der noch heute gerne angenommen werde. Unvergessen seien die Stadtranderholungen und der „Urlaub ohne Koffer“.

Ein Markstein mit „AWO-Herzblut“: die Ganztagesbetreuung

Ein Markstein mit „AWO-Herzblut“ sei die Einführung der Ganztagesbetreuung als sozialpädagogischer Modellversuch an der Sonnenbergschule gewesen. Nicht ohne Stolz erwähnt die AWO-Vorsitzende den Zugewinn, den man vor ein paar Jahren durch die Eröffnung des AWO-Treffs in der Katzenbachstraße bekommen habe, als Malermeister Willi Schönherr seinen dortigen Ausstellungsraum zu günstigen Konditionen vermietet habe. „Wir sind dadurch flexibel geworden für unsere Vereinsbelange, aber auch für Flohmärkte des Umsonst-Ladens“, erläutert sie.

Gerda Böttger ist eine Ehrenämtlerin in Reinkultur und dies auch an anderen Stellen. Die langjährige Gemeinde- und Kreisrätin hatte 1975 den örtlichen Hausfrauenbund aus der Taufe gehoben und drei Jahre später den AWO-Tanzkreis, den sie bis heute leitet. Dem „Urlaub ohne Koffer“ und zuvor der Stadtranderholung mit Kindern im Naturfreundehaus hat Gerda Böttger weit über dreißig Jahre Konturen verliehen. Böttger engagiert sich auch für die Lokale Agenda und sie war treibende Kraft für die Installierung des Umsonst-Ladens in der Alten Post.

Am Samstag, 8. Oktober, um 15 Uhr wird im Mühlensaal Jubiläum gefeiert. „Wir freuen uns auf viele Geburtstagsgäste“, blickt Böttger voraus. Ein Ensemble der Musikschule Oberkochen-Königsbronn sorgt für die musikalische Unterhaltung und es wird neben der Festrede der Vorsitzenden auch Grußworte geben.

⋌⋌Lothar Schell

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