Eine monumentale Baustelle

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Wahre Berge von Erde - hier entsteht das Freizeitbad in der Schwörz.

Der Oberkochener Stadtbaumeister Johannes Thalheimer erläutert, was sich auf der Großbaustelle im Gewann „Schwörz“alles tut und was im detaillierten Zeitplan steht.

Oberkochen

Wo man auch hinschaut, Berge über Berge voller Erde. Eine monumentale Baustelle in der „Schwörz“. Stadtbaumeister Johannes Thalheimer hat den detaillierten Bauzeitenplan mitgebracht, der vom Projektsteuerer Drees & Sommer aus Neu-Ulm im engen Einvernehmen mit der Stadt festgezurrt wurde. Den hofft man, bis zur geplanten Fertigstellung im Herbst 2023 einhalten zu können. Natürlich sei man vor Überraschungen angesichts dieser Großbaustelle nie ganz gefeit. Auch weiß man natürlich nicht, wie sich die Winter 2021 und 2022 auf der Ostalb gestalten. Nachstehend die Fix-Punkte des Bauzeitenplans


April 2021 Am 9. April bissen sich die Bagger des Bauunternehmens Leonhard Weiss aus Günzburg das erste Mal ins Erdreich. Eine dreijährige minuziöse Planungsphase war vorausgegangen. Wegen der Corona-Pandemie war man um ein halbes Jahr in Verzug geraten. Im sogenannten „Architekten-Verfahren“ hatte das Büro Schick aus Karlsruhe den Zuschlag erhalten. Auf der Basis dieses Verfahrens wurde auch die Fachplanung auf den Weg gebracht.


2500 Kubikmeter Eine stolze Zahl an Erdaushub. Was man jetzt aktuell sieht, das ist der Bereich des künftigen Freizeitbads. Große Erdhaufen umsäumen das tiefe Loch. Die Erdmasse muss nach Güte klassifiziert werden und wird auch von Geologen zuerst beurteilt und dann erst an die diversen Stellen abgefahren. Bis Mitte Juni wird der Baugrundaushub noch dauern, um dann die Fundamentierung mit Bohrungen im Innenbereich in Angriff zu nehmen. „Wir haben hier wohlgemerkt eine Baustelle“, spricht der Stadtbaumeister die parallel verlaufende Baumaßnahme fürs Sportzentrum an. Die Sporthalle wird ans Freizeitbad angedockt.


September 2021 Für Anfang September ist die Realisierung der Bodenplatte geplant, Anfang 2022 will man mit dem Rohbau starten. Freizeitbad und Sporthalle sind quasi ein Gebäude, in Planung und Realisierung redundant.


Die Vorteile „Wir haben eine einzige Technik für beide Gebäude“, sagt Johannes Thalheimer. Das ergebe später reduzierte Wartungskosten und man habe beispielsweise für große Fachgewerke wie etwa Elektro-Installation und Heizung eben nur einen Hersteller. „Ein Paket bedeutet auch die Möglichkeit für wirtschaftliche Preise“, fügt der Stadtbaumeister hinzu. Und schließlich werde das Projekt durch diese Vorgehensweise in puncto Organisation überschaubarer. Immerhin werden die Gesamtkosten fürs Mega-Projekt mit circa 38 Millionen Euro bilanziert.


Das Jahr 2022 Der Innenausbau soll beginnen. Je nachdem, wie man mit dem Rohbau fertig geworden ist. Die Technik-Zentrale steht im Fokus. Ein gewichtiges Thema ist in diesem sensiblen Baugebiet nahe am Kocher das Grundwasser. Es müssen Brunnen gebaut werden, um das Grundwasser abzupumpen. So lange, bis das Gebäude steht. Mit dem kontinuierlich laufenden Innenausbau will man auf jeden Fall bis Sommer 2023 fertig sein, eventuell, wenn alles gut läuft, schon früher. Das Richtfest ist für September 2022 im Bauzeitenplan rot markiert.


Fachgewerke Sage und schreibe 50 Fachgewerke sind im Sportzentrum inkludiert. Das liege an den vielen Spezifikationen und Untergewerken, die im großen Netzwerk der Fachplanung enthalten sind. Verständlich, denkt man an die nicht wenigen badtypischen Mosaiksteine, die zu beachten sind. Zum Beispiel die Super-Sauna, die es künftig in Oberkochen geben wird.


Fix-PunkteSpätestens im Herbst 2023 soll Einweihung gefeiert werden beim Sportzentrum. Vorher läuft eine ganze Fülle von Abnahmen. Für den 10. Juli 2023 ist das Befüllen des Badebeckens geplant, die technische Inbetriebnahme soll am 17. Juli sein und am 18. September wird, so der genaue Plan, der Badebetrieb beginnen. Alleine für das Befüllen des Schwimmbeckens sind zwei Wochen veranschlagt inklusive vieler Wasserproben.

Nicht unerwähnt lässt der Stadtbaumeister, dass Bürgermeister Peter Traub das Großprojekt von der ersten Vorplanung an zur Chefsache gemacht habe. „Es vergeht kein Tag, wo das Sportzentrum nicht Thema im Rathaus ist“, sagt Thalheimer. Und er fügt hinzu: „Ein anspruchsvolles Projekt, das man in seiner beruflichen Tätigkeit nicht alle Tage begleiten darf.“ Warum? „Weil hier so viele bautechnischen Feinheiten involviert sind“, fügt er hinzu.

Viel Arbeit, aber nicht alle Tage darf man ein solches Projekt begleiten.“

Johannes Thalheimer, Stadtbaumeister

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