Eine Ratgeberin im Geist der Diakonie

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Brigitte Hofmann
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Diplom-Sozialpädagogin Brigitte Hofmann arbeitet seit 31 Jahren beim Diakonie-Verband Ostalb in der Sozial- und Lebensberatung. Warum die Außensprechstunde in Oberkochen so wichtig ist.

Oberkochen. Der Diakonie-Sonntag steht vor der Tür, in Oberkochen wird dies am 10. Juli um 10 Uhr beim Gottesdienst in der Versöhnungskirche aus einem ganz bestimmten Anlass gefeiert: Seit zwei Jahrzehnten gibt es die von Brigitte Hofmann geleitete Außensprechstunde in Oberkochen – jeweils montags von 14 bis 17 Uhr im mittleren Jugendraum der Versöhnungskirche.

Im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet Brigitte Hofmann über ihre Arbeit, die Sorgen und Nöte der Menschen aller Altersschichten, die zu ihr kommen, Unterstützung und Begleitung suchen, Hilfen brauchen in psychischer und materieller Not sind. Schwerpunktmäßig kommt ihre Klientel aus Oberkochen, mitunter kommen aber auch Männer und Frauen aus dem Kreis Heidenheim zu ihr, weil sie hier den Schutzraum der Anonymität suchen.

Die Außensprechstunde sei vor 20 Jahren in Oberkochen in dem Ansinnen entstanden, professionelle Beratung nicht nur in Aalen, sondern auch dezentral in den Kirchengemeinden vor Ort anzubieten, erzählt Brigitte Hofmann, die in Oberkochen durch vielfältigen Einsatz in der evangelischen Kirchengemeinde – unter anderem zwölf Jahre als Mitglied des Kirchengemeinderats – eine bekannte und angesehene Persönlichkeit ist. 15 Jahre lang hatte sie auch als Gemeinderätin der sozialen Note den Stempel aufgedrückt. „Diakonie hilft da, wo das Leben schwer wird und es gibt nichts, was es nicht gibt“, erzählt die Sozialpädagogin. Dasein für Menschen in unterschiedlichsten Notlagen. „Vor Ort Ansprechpartner zu sein ist dabei von entscheidender Bedeutung“, fügt Hofmann hinzu.

Armut ist ein Dauerthema

Eine konkrete Planung für die Außensprechstunde gibt es nicht, ja kann es gar nicht geben. „Eine spannende Arbeit, man weiß nie, was kommt“, so die Sozialpädagogin wörtlich. Die Palette des Diakonischen Handelns ist breit gefächert: Unterstützung im Umgang mit Behörden und beim Stellen von Anträgen auf Sozialleistungen, Ratgeberin in schweren Lebenssituationen wie Einsamkeit oder bei Konflikten. „Es sind einfach so viele Dinge rund ums Menschsein und niemand ist davor gefeit“, fasst Hofmann zusammen.
Ein wichtiges Segment sei auch die Information über Angebote des Müttergenesungswerks, ganz konkret die Beratung und Beantragung von Mutter-Kind- und Vater-Kind-Kuren, Kuren für pflegende Angehörige oder Kuren für Angehörige psychisch erkrankter Menschen.

„Die Vielfältigkeit gefällt mir, immer wieder neue Herausforderungen“, sagt Brigitte Hofmann und sie setzt rückblickend hinzu: „Als ich bei der Diakonie meinen Dienst aufgenommen habe, hätte ich nie gedacht, wie viel Not es bei Menschen gibt.“ Vor allem die psychischen Belastungen hätten in den Jahren stark zugenommen und das Thema „Armut“ sei die ganzen Jahre ein Dauerthema. Nicht außen vor lassen will sie die Hilfe durch die SchwäPo-Hilfsaktion „Advent der guten Tat“, wenn im Jahreszyklus für Notfälle hin und wieder eine besondere Unterstützung nötig ist, wenn zum Beispiel der Kleinrentnerin die Waschmaschine kaputt geht oder eine Brille benötigt wird, die die Krankenkasse nicht mehr bezahlt.

Beim Festgottesdienst zum Diakonie-Sonntag am 10. Juli mit Pfarrerin Susanne Schaaf-Bosch wird Brigitte Hofmann explizit und aus dem Leben gegriffen über ihre Arbeit berichten

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