Eine Wachstumsgrundlage für die gesamte Region

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Laster auf dem Areal, auf dem Hensoldt erweitert. Foto: ls

Was der Neubau von Hensoldt nicht nur für die Stadt Oberkochen bedeutet.

Oberkochen. Die Großbaustelle im Süden von Oberkochen am Märzenbuckel ist gigantisch. Lkws geben sich im Fünf-Minuten-Takt quasi die Klinke in die Hand, die Erschließung des Hensoldt-Neubaus läuft auf vollen Touren. „Der Neubau ist für Oberkochen, aber auch für die Region von höchster Bedeutung“, so Bürgermeister Peter Traub auf Nachfrage dieser Zeitung. Mit dem Verbleib von Hensoldt werde der Photonik- und Optronik-Standort und damit der Hochtechnologie-Standort Oberkochen gestärkt.

Dazu, so der Bürgermeister weiter, trage auch der Aufbau einer Fraunhofer-Forschungsgruppe bei, die Grundlage für ein späteres Fraunhofer-Institut sein könne. Damit würde ein langgehegter Wunsch und ein großes Zukunftsziel in der Region Ostwürttemberg in Erfüllung gehen.

Hensoldt Optronics sei ein bedeutender und nicht zu unterschätzender Bestandteil eines Photonik- und Optronik-Netzwerks, das seinesgleichen landes- und sogar bundesweit suche, betont Traub. Hierzu zählten in Oberkochen vor allem die Unternehmen der Carl-Zeiss-Gruppe – die Carl Zeiss AG, die SMT GmbH, Meditec AG und Hensoldt Optronics selbst.

„Diese Unternehmen sind technologisch miteinander verflochten“, so Traub wörtlich. Hinzu kämen weitere, hoch spezialisierte kleine und mittlere Unternehmen in Oberkochen selbst und in der Region. Man müsse sich dies wie ein Myzel, also ein Pilzgeflecht vorstellen, das die Wachstumsgrundlage bilde und bei dem es zahlreiche enge technologische Verflechtungen gebe. „Würde man dieses Geflecht zerstören, wäre unter Umständen der gesamte Hochtechnologie-Standort gefährdet“, unterstreicht Bürgermeister Traub.

Deshalb sei es auch problematisch, wenn behauptet werde, Hensoldt-Optronics solle sein Werk doch woanders bauen. Dies funktioniere nicht, weil damit eine „Symbiose dieser Hochtechnologie-Unternehmen zerstört werden würde.“

Oberkochen habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten z einem besonderen Lebensraum für die Photonik- und Optronik-Industrie entwickelt. „Ein Photonik- und Optronik-Biotop, wenn man so will“, erklärt Peter Traub im Gespräch mit der Schwäbischen Post. ⋌Lothar Schell

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