Eller und Traub: Zoff in Oberkochen

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Was dahinter steckt und wie der Bürgermeister jetzt reagiert.

Oberkochen. Eine Auseinandersetzung zwischen Jo Eller, Bürgermeister Peter Traub und Richard Burger schlägt hohe Wellen. Vorläufiger Höhepunkt: Ellers Anwälte haben eine Abmahnung an Traub geschickt. Der Bürgermeister wiederum kündig an, rechtlich dagegen vorzugehen. "Die Sache wird vor Gericht landen", sagt er.

Von vorne: Eller war Vorsitzender des Vereins "Kinder von der Straße". In 22 Fällen veruntreute er Geld des Vereins. Zu dieser Ansicht gelangte das Aalener Amtsgericht, das ihn im Oktober 2017 zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilte und die Strafe zur Bewährung aussetzte. Inzwischen engagiert sich Eller beim Verein "Aktion Fußballtag".

Am Freitag, 19. Juni, schaltete Eller eine ganzseitige Anzeige im Oberkochener Amtsblatt "Bürger und Gemeinde". Darin zu sehen ist ein Foto, das Jo Eller gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt. Im Text bedankt sich "Aktion Fußballtag" bei ihr für die Würdigung, die sie dem Verein habe zuteilwerden lassen. Weiter heißt es: "Danke auch an die vielen Spender und Sponsoren aus Oberkochen, ohne deren Mithilfe wir nicht Deutschlands größter Fußballsozialverein geworden wären."

In der nächsten Ausgabe des Amtsblatts, am Freitag, 26. Juni, reagierten Bürgermeister Traub und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Richard Burger darauf. Ebenfalls mit einer ganzseitigen Anzeige. Der Kanzlerin sei sicherlich nicht bewusst gewesen, dass mit ihrem Gesicht Werbung gemacht werde für einen Verein, dessen Vorstand nur aus Familie Eller besteht. Weiter heißt es: "Jo Eller verlangte in mehreren Mails an den Bürgermeister, mit ihm und dem Verein "Aktion Fußballtag" zusammenzuarbeiten und Aktionen für Oberkochener Kinder zu veranstalten." Außerdem habe Jo Eller in mehreren E-Mails Mitglieder des SPD-Ortsvereins beleidigt. Daher wollen sich sowohl Stadt als auch SPD-Ortsverein von Jo Eller und dem Verein distanzieren. Peter Traub und Richard Burger schließen: "Und wir erklären weiter, dass wir – unabhängig von Jo Eller – zu keinem Zeitpunkt mit Straftätern zusammenarbeiten werden, die das Vertrauen von Kindern, Spendern und Sponsoren missbraucht haben."

Daraufhin schaltete Eller eine Anwaltskanzlei ein. Die schickte am Donnerstag, 2. Juli, eine Abmahnung an Bürgermeister Traub. Weil er sich im Amtsblatt als Bürgermeister "unter Ausnutzung amtlicher Mittel" zu Lasten Jo Ellers geäußert habe, habe er gegen das Sachlichkeitsgebot verstoßen, heißt es darin. Außerdem seien mehrere Aussagen im Text unwahr oder unvollständig. Der Vorstand des Vereins bestünde nicht nur aus Mitgliedern der Familie Eller. Weiter habe Jo Eller nie Geld veruntreut. Er habe damals einen "Deal" mit der Staatsanwaltschaft geschlossen, um das Verfahren abzukürzen. Es hätte kein Urteil des Gerichts gegeben, die Staatsanwaltschaft hätte lediglich einen Strafbefehl erlassen. Die Anwälte fordern den Bürgermeister auf, eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung abzugeben und Jo Ellers Anwaltskosten von rund 900 Euro zu übernehmen.

Traub bezeichnet die Vorwürfe aus der Abmahnung als "unzutreffend". Weiter möchte er sich nicht äußern, da er eine Klärung vor Gericht erwartet. "Dem möchte ich nicht vorgreifen", sagt er. Burger sagt auf Nachfrage, er habe bislang keine Abmahnung erhalten. Weiter möchte aber auch er nichts zur Sache sagen.

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