Feste Institution: Kommunalpolitisch und kulturell

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Stab-Übergabe in Oberkochens SPD: Richard Burger (l.) übergibt an Julius Siebert. Foto: ls

Mit einer Ausstellung und einem Festakt feiert der SPD-Ortsverein Oberkochen am 8. Oktober.

Oberkochen. Der Stabwechsel von Richard Burger auf Julius Siebert beim SPD-Ortsverein Oberkochen war erst im Mai. Am Samstag, 8. Oktober, steht der Festakt zum 75-jährigen Bestehen an. Außerdem wird es dann im Foyer des Mühlensaals eine Ausstellung mit Fotos großer Ereignisse des Vereins geben, unter anderem vom Empfang bekannter Größen aus der Landes- und Bundespolitik. Auch kulturelle Highlights sollen den Festabend bereichern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Oberkochener SPD am 8. April 1947 gegründet, der allererste Vorsitzende war Wilhelm Henne. Der Beschluss wurde gefasst, die Einladung der KPD zu einer Zusammenarbeit aufs Entschiedenste abzulehnen. „Der politische Kampf“, so hieß es in einem Protokoll, das vom späteren ersten Vorsitzenden und langjährigen Gemeinderat Josef Marschallek verfasst wurde, „muss mit sauberen Mitteln geführt werden und vom guten Willen durchdrungen sein, dem gesamten schaffenden Volk zu dienen.“

Dies war und sei der Kernsatz auch für die Ortsvereinsarbeit, langjährige Vorsitzende Richard Burger. „Der Einsatz vor Ort war immer unsere Stärke.“ Der Beginn der SPD um die kleine Gruppe von Wilhelm Henne, Josef Marschallek, Ewald Kaufmann und Ernst Piesch sei nicht einfach gewesen. „Sie mussten sich unter schweren Bedingungen in einer traditionell konservativen Umgebung immer wieder neu und unverdrossen für die sozialdemokratischen Überzeugungen einsetzen“, blickt Burger zurück. Erst nach zehn Jahren sei es gelungen, zwei Sitze im Gemeinderat zu erringen. Die Altvorderen hätten den Samen gestreut, der im Laufe der Jahrzehnte erfolgreich Früchte getragen habe.

Die SPD habe die Entwicklung Oberkochens tatkräftig mitgestaltet. Man denke an die Stadterhebung durch direkte Kontakte zum damaligen SPD-Innenminister Krause und 1977 wurde der junge SPD-Bürgermeisterkandidat Harald Gentsch im ersten Wahlgang gewählt.

Heute sei die SPD in Oberkochen sowohl kommunalpolitisch als auch kulturell eine feste Institution. Burger nennt Podiumsdiskussionen, den traditionellen Politischen Aschermittwoch, das Brunnenhalde-Fest, das SPD-Stadtcafé und die Arbeit am Geschirrmobil beim Stadtfest, für die sich Doris und Peter Meisel mit ihrem Team sehr engagiert einbrächten.

Nicht außen vor lässt er den Sozial- und Kulturpreis, den die SPD als Erste in der Region eingeführt und verliehen hätten. Dieser Einsatz vor Ort war es auch wohl, dass der Bumerang bei Wahlen immer erfolgreich zurück kam. Da lag die Oberkochener SPD immer über dem Kreis-, Landes- und Bundesdurchschnitt. „Seit Jahren haben wir keinen Schwund bei den Mitgliederzahlen“, stellt der ehemalige SPD-Ortsvereinsvorsitzende fest. „Wir sind ein festes Team und wir stehen für Glaubwürdigkeit und Kontinuität“, schließt Burger, um dann doch noch hinzuzufügen: „Das ist genau das, was und Wilhelm Henne und Josef Marschallek anno 1947 mit auf den Weg gegeben haben.

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