Nachruf

Feuerwehr-Ehrenkommandant Josef Merz ist tot

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Josef Merz
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Das „Oberkochener Urgestein“ ist im Alter von 83 Jahren gestorben.

Oberkochen. Ein großer Verlust für die Familie, aber genauso für die Stadt Oberkochen. Josef Merz ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das „Oberkochener Urgestein“ wurde am 28. November 1938 hier geboren und trat 1973 als Hausmeister der Dreißentalschule in die Dienste der Stadt Oberkochen ein.

Die Schüler liebten ihn, nicht zuletzt wegen seiner gesunden Mischung aus liebevoller Zuneigung, knitzer Art und nötiger Autorität. Pflichtbewusstsein war für ihn oberste Richtschnur, auch später als Floriansjünger. Ende 2001 wurde „der Sepp“ in den Ruhestand verabschiedet. Seine zweite Familie war die Freiwillige Feuerwehr, in die er 1957 eintrat und der er 42 Jahre lang als aktives Mitglied angehörte. Von 1974 bis 1999 agierte er als Kommandant. In diese Zeit fiel der Umbau des Feuerwehrgerätehauses anno 1982.

Darüber hinaus war Sepp Merz viele Jahre als Ausbilder auf Landkreisebene tätig. Auch bei der Feuerwehr war Jugendarbeit sein Faible. So gründete er 1991 die Jugendfeuerwehr und er realisierte quasi als Anker der Zugehörigkeit zur Wehr die Altersabteilung. Bis 2015 war er deren Sprecher. Auf Grund seiner zahlreichen Verdienste wurde Josef Merz 1993 die höchste Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbands, das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold, verliehen.

1999 war der Sepp aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausgeschieden und er wurde gleichzeitig zum Ehrenkommandanten ernannt. 2017 wurde er für sechzig Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt. Sepp Merz war ein „Hansdampf in allen Gassen“, er war 1973 Gründungsmitglied der Narrenzunft, zehn Jahre lang aktiver Elferrat und ein unvergessen starker Büttenredner.

Aktiver Spieler war er auch in der ehemaligen Theaterspielgruppe der Oberkochener Kolpingsfamilie. Merz war ein Vereinsmensch von echtem Schrot und Korn. Ende der 1950er Jahre gründete er bei den Älblern eine Jugendgruppe, 1970 wurde er zum stellvertretenden Vertrauensmann des Schwäbischen Albvereins gewählt. Sieben Jahre hatte er dieses Amt inne und während dieser Zeit wurde der Bewirtschaftungsverein Volkmarsberghütte gegründet, die Schutzhütte auf dem Hausberg erweitert und nach deren vollständiger Vernichtung durch ein Schadenfeuer wieder neu aufgebaut.

Der Verstorbene war zudem aktiver Sportler. Neben dem Fußball begeisterte er sich für den Handball und die Leichtathletik und er leitete über viele Jahre die Schüler-Handball-AG des TSV Oberkochen.

Feste waren sein Metier, er konnte es mit den Menschen. Dies gilt zum einen für herrliche Feuerwehr-Feste auf der Heide, aber auch das Oberkochener Stadtfest stand mehrere Jahre unter seiner Ägide. Bereits beim ersten Stadtfest anno 1980 wirkte Josef Merz in der Organisation und technischen Leitung mit und später übernahm er für mehrere Jahre als Vorsitzender der Stadtfest-Organisation die Gesamtverantwortung für diese Großveranstaltung. In Anerkennung und Würdigung seiner außergewöhnlichen Verdienste um die Stadt Oberkochen wurde Sepp Merz 1999 mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Josef Merz hat in der Tat große Spuren in Oberkochen hinterlassen. Seine Stimme hatte Gewicht. Lothar Schell

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