Für Schwache und Bedürftige offen sein

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Diplom-Sozialpädagogin Brigitte Hofmann

Diplom-Sozialpädagogin Brigitte Hofmann hat über „20 Jahre Diakonie-Sprechstunde“ berichtet.

Oberkochen. In einer feinsinnigen Predigt appellierte Pfarrerin Susanne Schaaf-Bosch ausgehend vom Predigt-Text aus dem Johannes-Evangelium, Partei zu ergreifen für Schwache und Bedürftige und nicht einfach wegzuschauen. Dies sei die Gemeinschaft der Glaubenden, deren Kennzeichen die Liebe sein solle, aber im Alltag leider oft nicht sei. Viele wollten sich manchmal die Hände nicht schmutzig machen und ihre Herzen herauslassen aus dem Schlammassel der anderen. „Jede und jeder von uns ist ein Kind Gottes und hat als solches eine unverlierbare Würde und ein großes Ansehen bei Gott“, sagte sie und sie fügte hinzu: „Gehen wir miteinander unseren Weg im Alltag und in diakonischen Einrichtungen, lernen wir von Jesus.“

Jeden Montag von 14 Uhr bis 17 Uhr findet die Diakonie-Sprechstunde von Brigitte Hofmann in der Versöhnungskirche statt, die sie seit 20 Jahren leitet. Dass die Sorgen und Nöte ganz unterschiedlich sind, machte sie an einigen Beispielen deutlich.

Frau L. ruft an: Der Antrag auf Übernahme der Mieterhöhung beim Sozialamt wurde gestellt. Der Bescheid ist gekommen, Erleichterung, die Mieterhöhung wird übernommen. Bei Ablehnung hätte sie die Mieterhöhung von 449 Euro Regelsatz selbst bezahlen müssen

Frau P. möchte Information für eine Mütterkur, ihr Mann ist alkoholkrank und sie kann einfach nicht mehr. Sie braucht Abstand, um zu entscheiden, wie es weitergeht.

Nicht wenige Menschen haben Angst wegen der Energiekostenerhöhungen. Immer mehr schwach Verdienende kommen in Not. „Auch ich komme an meine Grenzen, aber jeder Mensch hat ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe“, sagt Hofmann.

Advent der guten Tat: Brigitte Hofmann dankt der Schwäbischen Post für diese Aktion, die ihr immer wieder hilft. Wie bei Frau K., alleinerziehende Mutter, schwer an Krebs erkrankt und nicht mehr arbeitsfähig. die Deutsche Krebshilfe und der „Advent der guten Tat“ halfen ihr aus der finanziellen Not, bis die Anträge vom Jobcenter genehmigt waren.

„Danke für 20 Jahre Sprechstunde, danke fürs Vertrauen, das mir meine Klientinnen und Klienten entgegenbringen“, sagt Hofmann im Festgottesdienst. Sie dankte auch dem Diakonie- und Krankenpflegeverein, als vor einigen Jahren die Sprechstunde in Oberkochen Kürzungen zum Opfer fallen sollte. ⋌ls

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