Giftiges Gas tritt bei Arbeitsunfall aus

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Im Zeiss-Werk in Oberkochen hat sich am Montagabend ein Arbeitsunfall in der Galvanik ereignet. Dabei hat sich Nitrosegas gebildet, das von Firmenmitarbeitern und der Feuerwehr niedergeschlagen und in Tanks gefüllt wurde. Sechs von sieben Mitarbeitern wurden vorübergehend zur Beobachtung in umliegende Krankenhäuser gebracht.
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Auf dem Werksgelände der Firma Carl Zeiss in Oberkochen hat es einen Großeinsatz von Feuerwehr, DRK, Notärzten und Polizei gegeben.

Oberkochen

Auf dem Werksgelände der Firma Zeiss in Oberkochen hat es am Montagabend einen Großeinsatz für die Rettungskräfte aus der Region gegeben. Im Zuge eines Galvanisierungsprozesses ist es kurz nach 19 Uhr zu einer ungeplanten chemischen Reaktion gekommen. Dabei bildete sich ein Gas – das sogenannte Nitrosegas, das stark gesundheitsgefährdend sein kann. "Die sieben Firmenmitarbeiter haben super reagiert", sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Jürgen Scherer. Die Zeissmitarbeiter hätten sofort die Lüftung abgestellt und somit verhindert, dass das Gas hätte nach draußen gelangen können. Die Sieben haben, so Scherer, gemeinsam mit der Zeiss-Werksfeuerwehr, die mit 35 Personen und fünf Fahrzeugen im Einsatz war, das Gas niedergeschlagen und in Tanks abgefüllt. Des Weiteren seien das DRK mit sechs Personen und der Malteser Hilfsdienst mit 18 Personen vor Ort. Zudem waren drei Notärzte, zwei Polizeibeamte sowie zwei Chemieberater von Zeiss im Einsatz.

Da das ausgetretene Nitrosegas stark gesundheitsgefährdend sein kann, wurden die sieben Mitarbeiter, die die ersten Maßnahmen trafen, durch mehrere Rettungswagenbesatzungen vor Ort vorsorglich versorgt. Sechs der Sieben wurden anschließend, wie für solche Fälle vorgesehen, für eine 24-Stunden-Beobachtung in umliegende Krankenhäuser gebracht.

"Tatsächlich verletzt wurde niemand", betont Bernhard Kohn, Pressesprecher beim Polizeipräsidium in Aalen. Der gesamte Einsatz sei planmäßig verlaufen. Es habe sich um reine Vorsichtsmaßnahmen gehandelt.

Die sieben Firmenmitarbeiter haben super reagiert.

Jürgen Scherer Vize-Kreisbrandmeister

Die Polizei ermittle inzwischen bezüglich der Ursache des Arbeitsunfalls. Es gelte zudem zu klären, wer Schuld trage.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand, so Kohn, sei das Gas nicht aus dem eigentlich betroffenen Bereich nach draußen gedrungen, sodass weitere Personen zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen seien.

Nach gut zwei Stunden sei der Einsatz beendet gewesen, sagt Vizekreisbrandmeister Scherer.

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