Hallenbad: Gordischen Knoten gelöst

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Das Schramberger Bad als Vorbild. Die Oberkochener Gemeinderäte haben in einer Sondersitzung über die Zukunft ihres Freizeitbads diskutiert.

Die Rahmendaten für die Planung des Hallenbads stehen. Die derzeitigen Baukosten liegen bei etwa 15 Millionen Euro. Was der Gemeinderat am Montagabend beschlossen hat.

Oberkochen

Die Oberkochener Gemeinderäte haben in einer Sondersitzung am Montagabend über die Zukunft des Freizeitbads diskutiert und dabei einen gordischen Knoten gelöst.

Vorneweg: Der Besucherstrom war eher bescheiden im Vergleich zur Entscheidung vor einigen Jahren, als das "aquafit" auf der Kippe stand. Nun gibt es einen formidablen Neubau, aber mit Abstrichen. Man verzichtet auf ein Außenbecken, das über eine Million Euro gekostet hätte und auch auf einen Bistro-Bereich (Kosten: 612 000 Euro). Die Besucher sollen sich im neuen Bad selber verköstigen. Auch wenn die neue Sporthalle angedockt wird, wird es keine Gastroversorgung geben. Nur einige Steinwürfe entfernt sei die Gaststätte im Carl-Zeiss-Stadion, wo man Durst und Hunger stillen könne, so die Argumentation.

"Wir sind ganz zu Beginn, heute werden nur die Pflöcke für die Planung gesetzt", baute Bürgermeister Traub vor. Er mahnte, nicht nur an die Investitionen zu denken, sondern vor allem an den laufenden Betrieb und die Folgekosten. Traub betonte: "Die Steuereinnahmen werden nicht immer so glänzend sein."

Die Eckdaten

Das Grundgerüst des neuen Bads enthält ein Schwimmbecken mit einer 25-Meter-Bahn, mit einer Breite von zehn Meter und einer Wassertiefe von drei Meter, sodass auch die Anforderungen der Taucher des Schwimmvereins befriedigt werden können. Bislang war das bestehende Schwimmbecken nur 20 Meter lang und acht Meter breit. Vier Sportbahnen soll es geben, aufgeteilt in einen Nichtschwimmer- und Schwimmer-Bereich. Kein Sprungbrett, keine Drei-Meter-Plattform. Das Nichtschwimmer-Becken mit Lehrschwimmbecken mit einer Wasserfläche von 100 Quadratmetern kostet 1,9 Millionen Euro. Es ist im Bereich einer öffenbaren Fassade mit Schiebeelementen geplant. Ein Planschbecken mit einer Fläche von 40 Quadratmetern ist vorgesehen.

Ein Alleinstellungsmerkmal verspricht sich das Gremium von einer Aquacross-Anlage mit Kletter-Event. Auf ein Außenbecken wurde verzichtet, weil es enorme Zusatzkosten auf die nächsten vier oder fünf Jahrzehnte bringen würde. "Gerettet" ist die Sauna mit einer Investition von etwa 1,5 Millionen Euro. In welcher Größe und Ausführung die Rutsche realisiert wird, steht noch in den Sternen. Knapp 400 000 Euro sind dafür vorgesehen.

"Sauna ja oder nein" war ein Knackpunkt am Montagabend. Die "Obersaunisten" im Rat konnten letztlich durchatmen. Es wird eine "noble" Ausstattung mit zwei Saunen, Dampfbad, Tauch– und Warmbecken geben. Strikt dagegen waren vor allem die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen. Eifrig gerungen wurde um den Gastrobereich, der letztlich mit zwei zu 14 Stimmen abgelehnt wurde. Lediglich eine personal-unterstützte Getränkeausgabestelle ist geplant.

Wasser in den Wein – und dies ganz realistisch – goss Projektsteuerer Daniel Schank in Bezug auf die Gesamtkosten. Gründe für "15 Millionen Euro plus mehr" seien die extreme Auslastung am Bau und damit einhergehende Preissteigerungen, Baugrundrisiken im schwierigen Gelände am Kocher und eine eventuelle Altlasten- und Schadstoff-Entsorgung. "Es gibt zwar ein hydro-geologisches Gutachten, aber wie es wirklich aussieht, sehen wir erst bei der Gründung", meinte Schank. Diese Gründung wird ein Knackpunkt sein, schließlich befinden sich in direkter Nachbarschaft Trinkwasserfassungen der Stadt Aalen, die die Aalener Bürger mit Wasser aus Oberkochen versorgen. Und weil die Schwimmbecken-Tiefe jetzt – zur Freude der Taucher – mit drei Meter geplant ist, könnte es mit der Gründung sehr sensibel werden, mit Mehrkosten verbunden.

Mehr zur Sondersitzung rund ums Bad in unserer morgigen Ausgabe

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