Hans-Gerd Burr aus Oberkochen: Dirigent mit der besonderen Aura

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Hans-Gerd Burr
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Seit Kindesbeinen frönt Hans-Gerd Burr (56) seiner musikalischen Leidenschaft. Warum er beim Musikverein Oberkochen seit vielen Jahren eine feste Größe und nicht mehr wegzudenken ist.


Oberkochen. „Er ist unsere Lichtgestalt“, sagte der Musikverein-Vorsitzende René Friedel beim jüngsten Jahreskonzert in der Dreißentalhalle. „Wer musikalisch ans Licht will, der muss dafür leidenschaftlich arbeiten“, betont  Hans-Gerd Burr  und fügt hinzu: „Blasmusik ist ein gutes Stück meines Lebens.“ „HGB“  ist in Heidenheim-Oggenhausen geboren und wohnt dort. In Heidenheim ging er zur Schule, lernte Bankkaufmann bei der Heidenheimer Volksbank, für die er 23 Jahre lang arbeitete. 2007 wechselte der Oggenhausener zur Allianz als Versicherungsvertreter. 

Mit sechs Jahren nahm „HGB“  Klavierunterricht. Aber schon bald zog es ihn zu den Bläsern. Kein Wunder, sein Vater spielte Posaune beim Musikverein Oggenhausen und war Gründungsmitglied. Als Klarinettist spielte „HGB“ viele Jahre beim Musikverein Oggenhausen, machte alle D- und C-Lehrgänge durch. Beim C 3-Lehrgang, Voraussetzung für den Dirigentenstab, lernte er seine spätere Gattin Doris kennen. Er übernahm das Jugendorchester in Oggenhausen, dirigierte dann das Hauptorchester. 

Weil er einmal über den heimisch-musikalischen Tellerrand hinausschauen wollte, übernahm er den Musikverein Bettringen. Quasi gleichzeitig zeichnete er als Kreisjugendleiter in Heidenheim verantwortlich und gründete das Kreisjugendorchester, nachdem er 2013 in Bettringen aufgehört hatte 

Seit acht Jahren Dirigent in Oberkochen


Seit acht Jahren ist Hans-Gerd Burr Dirigent beim Musikverein Oberkochen - und beim Musikverein Dächingen, den Stimmungsmachern von der Alb bei Ehingen. Zur Probe nach Dächingen fährt er hin und zurück geschlagene 170 Kilometer. 

„Gelebte Herzlichkeit schreibe ich beiden Vereinen ins Stammbuch“,  sagt „HGB.“ Das Engagement in Oberkochen ist Familiensache, dort spielt Gattin Doris Querflöte. 


Was „HGB“ ausmacht, ist seine Körpersprache, seine Aura, kein lebloses dahin Dirigieren, sondern emotionaler Einsatz mittendrin. Das schätzen die Oberkochener an ihm. Aber es gibt auch den “gestrengen Dirigenten” Burr. „Der Dirigent sagt, wo es lang geht“, fügt Burr hinzu. Nur einmal wurde die Sache wackelig. Vor dem Jahreskonzert 2018 sagte man dem Reporter, „HGB“ gäbe sein letztes Konzert. Eine emotionale Geschichte folgte. Während

der Konzertpause wurde er von Schorsch Brunnhuber und dem damaligen Vorsitzenden des Blasmusikverbands Ostalb, Bernhard Winter, bekniet, seine Tätigkeit fortzusetzen. „Das ging mir im zweiten Teil des

Konzerts ständig durch den Kopf“, blickt Burr zurück. Blickkontakt zu Gattin Doris: „Soll ich weitermachen?“ Das Ja-Wort der besseren Hälfte kam spontan, das schon geplante „Time to say good-bye“ wurde obsolet – zur Freude der Aktiven und des begeisterten Publikums. 


„Dirigent ist die einzige Diktatur in Deutschland“, versichert Burr. Davon weicht er nicht ab. „Wir haben gemeinsam die Aufgabe, das Publikum zu

unterhalten und Lebensfreude zu transportieren“, setzt der Dirigent hinzu. Die Mischung macht ‘s, auch beim Feiern ist „HGB“ eine feste Hausnummer. Sein Rezept, um die Geschmacksnerven aller beim Jahreskonzert zu treffen, beschreibt Burr so: Von zehn Stücken drei für den Dirigenten, drei für die Musikerinnen und Musiker und vier fürs Publikum.

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