Hensoldt: Erschließung ab Mai

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Blick auf Teile des Gewerbegebiets Oberkochen Süd II mit YG-1 (im Vordergrund). Das geplante Gewerbegebiet Oberkochen Süd III schließt sich ab dem Weg an. Die Firma Hensoldt hat jetzt die für YG-1 bisher reservierte Freifläche gekauft und plant darauf so

Jetzt geht es fix: Bauarbeiten für „Oberkochen-Süd“ beschlossen. Was es kostet.

Oberkochen  Der  Satzungsbeschluss für die Bebauungsplan-Einzeländerung ist gefasst, auch der Abwägungsbeschluss bezüglich privater  und öffentlicher Belange und auch der Baubeschluss für die Genehmigung der Ausführungsplanung für die Erschließung ist genehmigt. Diese Zeitung hatte in ihrer Dienstag-Ausgabe aktuell berichtet.

Bürgermeister Peter Traub blickte „auf zwei schwere Jahre“ zurück. „Schwer für die Verwaltung und den Gemeinderat und wir haben viel Kritik von Teilen der Bürgerschaft einstecken müssen“, so Traub weiter. Ein erster Kritikpunkt sei der Flächenverbrauch gewesen. Man habe diesen von ursprünglich 8,3 Hektar auf 3,3 Hektar reduziert und Biotope vollständig erhalten. Als der Flächenverbrauch kein  Thema mehr gewesen sei, sei die Firma Hensoldt selbst ins Kreuzfeuer der Kritik geraten und Oberkochen sei als „Rüstungshauptstadt“ tituliert worden. Seit dem 24. Februar mit dem Kriegsbeginn in der Ukraine hätten sich die Koordinaten grundlegend verschoben, Hensoldt Optronics sei zum Hoffnungsträger geworden. Das Wort von der Sicherheit und Sicherung der Freiheit gerate in den Fokus.

„Wir sind in unserer Haltung letztlich bestätigt worden“, erklärte Traub. Im Übrigen habe die Stadt ja schon den positiven Bescheid aus dem Zielabweichungsverfahren aufzuweisen. Robert Ness stimmte dem Bürgermeister zu, er ließ aber auch nicht außen vor, dass es von Beginn an von vielen Bürgern viel Zustimmung für die Hensoldt-Ansiedlung gegeben habe.

Joachim Zorn vom Planungsbüro Stadtlandingenieure in Ellwangen stellte die Inhalte Flächennutzungsplan-Änderung und der Erschließung vor. An den technischen Festsetzungen sei nichts geändert worden. Artenschutzrechtliche Maßnahmen hätten bereits begonnen. Zu den Kosten der Erschließung: Bei der inneren Erschließung  (Baubeginn im Mai) rechnet man mit Baukosten von 5,3 Millionen Euro, bei der äußeren Erschließung (Beginn Juli)  mit 1,1 Millionen Euro. Für Ende 2022 wurde da Ausführungsende avisiert. Die Brutto-Gesamtkosten beziffert Zorn auf 7,7 Millionen Euro. Der Bürgermeister wurde für beide Bauabschnitte ermächtigt, eine Auftragsvergabe durchzuführen. Das Ausschreibungsergebnis inklusive der Beauftragung soll dem Gemeinderat in der darauffolgenden Sitzung vorgelegt werden.

Die Lage auf dem Baumarkt mit Material- und Angebotsknappheit  sowie akuten Preissteigerungen erfordere dies, erklärte Traub. Seine „Freude über den Baubeginn“ bekundete Martin Balle. Die Zuversicht sei groß, dass der Hensoldt-Bau termingerecht Ende 2024 fertig sei.

Dr. Joachim Heppner, der als einziger gegen beide Beschlüsse votierte, wollte noch wissen, ob bei die Erschließungskosten im Gewerbegebiet gleich wie in Wohngebieten vorgegangen werde. „Zahlt  Hensoldt Erschließungskosten, also acht Millionen Euro“, fragte Heppner. „Ja, Hensoldt zahl Erschließungskosten, aber nicht in dieser Höhe, weil nicht alle Erschließungskosten beitragspflichtig sind“, so Traubs Antwort. Lothar Schell

Wir sind in unserer Haltung letztlich bestätigt worden.“

Peter Traub, Bürgermeister

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