Hensoldt-Investition: Grünes Licht aus Stuttgart

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Hier, auf dem Areal des Zeiss-Konzerns in Oberkochens Zentrum, hat Hensoldt Optronics bislang seinen Standort. Doch der Mietvertrag läuft Ende 2024 aus, Zeiss benötigt die Flächen fürs eigene Wachstum.
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Das Regierungspräsidium stimmt der für das Neubauvorhaben nötigen Abweichung vom Regionalplan zu. Das sind die Gründe für die Entscheidung.

Oberkochen

Der geplante Neubau der Hensoldt Optronics GmbH im Gewerbegebiet Oberkochen-Süd hat eine weitere wichtige Hürde genommen: Das Regierungspräsidium in Stuttgart hat das hierfür nötige, von der Stadt beantragte Zielabweichungsverfahren abgeschlossen und eine Abweichung vom Regionalplan zugelassen. Heißt: Nachdem bereits der Regionalverband Anfang Februar den Plänen zugestimmt hat, gibt es jetzt grünes Licht aus Stuttgart. Nun kann die Stadt das laufende Bebauungsplanverfahren „Oberkochen Süd, Teil III“ sowie  das Änderungsverfahren des Flächennutzungsplans fortsetzen – und Hensoldt im Anschluss bauen.

„Diese Entscheidung bedeutet für Hensoldt Optronics einen weiteren Schritt Richtung Neubau in Oberkochen“, teilt das Unternehmen mit. „Wenn die übrigen Verfahren ebenfalls erfolgreich abgeschlossen werden, wird die Hensoldt Real Estate die notwendige Flächenerweiterung erwerben können. Damit ist unsere Vernetzung mit dem Optronik-Zentrum in der Region – und damit 700 hochqualifizierte Arbeitsplätze – gesichert. Wir freuen uns bereits heute über einen Neubau, der ein Leuchtturmprojekt für alle in der Region noch kommenden und vor allem nach höchsten Nachhaltigkeitsstandards geplanten Bauprojekte anderer Unternehmen sein kann“, erklärt Andreas Hülle, Geschäftsführer von Hensoldt Optronics. Für den Grundstückskauf hatte das Unternehmen die Firma „Hensoldt Real Estate Oberkochen“ gegründet und bereits in der Vergangenheit eine rund 17 000 Quadratmeter große Teilfläche des Gewerbegebiets Oberkochen Süd II erworben.

Das Regierungspräsidium begründet die Zulassung folgendermaßen: „Die maßvolle, kompakte Planung, die auch künftig eine optimale Zusammenarbeit der Photonik-Branche am Hochtechnologiestandort in Oberkochen gewährleistet, bringt für die gesamte Region langfristig spürbare wirtschaftliche Vorteile, die gerade im ländlichen Raum so wichtig sind“, erklärt Regierungspräsidentin Susanne Bay. „Die Auswirkungen auf den großräumigen regionalen Grünzug wurden umfassend geprüft, sind jedoch quantitativ und qualitativ untergeordnet und treten im Ergebnis unter anderem wegen der bedeutenden Synergieeffekte, zum Beispiel im Hinblick auf den Mobilitätspakt Aalen/Heidenheim, aber auch wegen der zu erwartenden CO2-Einsparungen durch die Konzentration der Betriebsstätten, zurück“, so Bay weiter.

Die Erweiterung des Gewerbegebiets Oberkochen-Süd um 3,3 Hektar hatte im Vorfeld etwa die Gemüter einer Bürgerinitiative und einiger Naturschützer erhitzt, da die Fläche gemäß dem Regionalplan 2010 in einem regionalen Grünzug liegt. Das Regierungspräsidium hat nach einer „umfangreichen Untersuchung aller ernsthaft in Betracht kommenden Standortalternativen (…) festgestellt, dass der Bereich „Oberkochen Süd, Teil III“ der unter wirtschaftlichen, sozialen und infrastrukturellen Aspekten am besten geeignete und auch angemessen nachhaltige Standort ist“.

Hensoldt kann nun also seine Neubaupläne finalisieren. Die Zeit drängt, denn bis Ende 2024 muss das Unternehmen die derzeit angemieteten Gebäude im Zeiss-Stammwerk in Oberkochen räumen, da Zeiss diese Flächen selbst benötigt. Hensoldt Optronics wächst seit Jahren, ist inzwischen mit rund 700 Mitarbeitern der zweitgrößte Arbeitgeber in Oberkochen und betreibt aktuell auch in Aalen einen Standort. Für Hensoldt galt dem Verbleib in Oberkochen oberste Priorität, denn als ehemalige Sparte und spätere Tochter der Zeiss AG bestehen enge technologische Verbindungen zum bisherigen Vermieter. „Oberkochen ist das Optik- und Optronik-Zentrum in Süddeutschland, das Fachkräfte und Ingenieure aus aller Welt anzieht. Der Verbleib in Oberkochen soll dazu beitragen, die engen Kooperations- und Lieferbeziehungen so reibungslos wie möglich zu gestalten und unnötigen Verkehr zu vermeiden“, so Optronics-Geschäftsführer Hülle weiter.

Die Planung bringt für die gesamte Region langfristig spürbare wirtschaftliche Vorteile.“

Susanne Bay , Regierungspräsidentin

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