Herz für Naturschutz und  die Blasmusik

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Hubert Glaser
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Der„Schwalben-Vater“ Hubert Glaser (68) hinterlässt seine Spuren.

Oberkochen-Königsbronn.  Der Hubert scharrt schon mit den Hufen, blickt auf seine Tuba, die nach langer Corona-Abstinenz bald wieder in Einsatz kommt. Der urständige Oberkochener spielt  seit 2010 im Musikverein Königsbronn unter Dirigent Jo Wötzel und ein großer Auftritt steht am 19. März in der Hammerschmiede auf dem Plan: „Von Egerland bis Oberkrain.“ Doch zurück zu den Wurzeln. Hubert Glaser wohnt mit seiner Gattin ganz in der Nähe der Mühle, direkt am Kocher.

Er ist in Oberkochen aufgewachsen, im Dreißental zur Schule gegangen. Bei der Firma Carl Zeiss absolvierte er seine Ausbildung als Feinmechaniker, ging dann vier Jahre zur Bundeswehr. Zwölf Jahre lang arbeitete er bei der Firma Leitz, so er den Handwerksmeister absolviert hat, bevor es  - bis zum Ruhestand zurück zu Zeiss ging.

Schwalben als Inventar

In Oberkochen nennt man ihn den „Schwalben-Vater“, das Hobby im Sinne des Naturschutzes wurde ihm von seinem Vater quasi vererbt. „Schwalben gehören bei uns zum  Inventar“, sagt Glaser. Seit weit über zwanzig Jahren frönt er dem Hobby. Mitte April werden sie wieder aus dem südlichen Afrika einfliegen und sie werden an Glasers Haus bis zum 8. September bleiben, in den unterm Dach angelegten Schwalbennestern brüten. „Zu Mariä Geburt, fliegen alle Schwalben furt“, schwört Glaser Stein und Bein. Auch im Turm der katholischen Kirche ist er aktiv. Dort gibt´s vorbereitete Nester für Dohlen und sogar Turmfalken. Der „Schwalben-Vater“ führt akribisch seine Statistik. Zu „Hoch-Zeiten“ zählte er 136 Schwalben an seinem Haus, leider seien die Populationen zurückgegangen auf zirka die Hälfte im vergangenen Jahr. Nicht zuletzt auch wegen des unbeständigen Wetters.

Hilfe bei Naturfreunden

Als es jüngst um die „Rettung der Oberkochener Naturfreunde“ und damit auch des Naturfreundehauses ging, hat Glaser Verantwortung übernommen, stellte sich fürs Amt des Schatzmeisters zur Verfügung im Netzwerk eines jungen und hoffnungsvollen Vorstands-Teams.

„Man muss dem jungen Team eine Chance geben, ein gesunder Mix aus Jung und Alt“, blickt Glaser in die Zukunft. Er ist schon immer ein „Anpacker“ gewesen. So war er auch dabei, als im Vorfeld der entscheidenden Hauptversammlung dem Umfeld des Kleinods unterm Tierstein neuer Glanz verliehen wurde.

Eigentlich per Zufall kam „HG“ zur Blasmusik. Sein Onkel hatte ihn 1966 zur Probe des Musikvereins Oberkochen in den „Hirsch“mitgenommen. Der Bub fand Freude, lernte Noten, nahm Unterricht, um sich dann ins Tenorhorn zu verlieben. Bis 2010 spielte er in Oberkochen, wechselte zur Tuba, weil Not am Mann war. Alfred Sutter gab ihm das musikalische Einmaleins mit auf den Weg. 

Beim MVO ist Hubert Glaser Ehrenmitglied. Jetzt beim Musikverein Königsbronn ist er bei der Tuba geblieben. „Ich will bis achtzig Tuba spielen“, sagt der heute 68-Jährige. „Der Musikverein Königsbronn ist eine eingeschworene Truppe, ein toller Mix aus Alt und Jung“, erzählt Glaser.

Blick auf Oberkochen

Wer den Hubert sucht, findet ihn im Wald. Wenn er seinen Schlagbearbeitet, oder einfach beim Spaziergang mit der Gattin. „Gerne sitze ich auf dem Rodstein und blicke auf Oberkochen, ein sagenhaftes Panorama“, sagt er.  Von dort sehe er auch die vielen noch vorhanden Bauplätze im Innenbereich der Stadt. „Nicht selten gehören die bekannten Leuten, die sollten sich in Sachen Nacherdichtungs-Fürsorge  als Vorbilder bewegen“, macht der Hubert aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Ein Lob zollt er dem Bürgermeister, die Stadt habe sich gut entwickelt. Zum Hensoldt-Bau hat er eine klare Meinung: „Klar beschäftigt mich der Naturschutz, aber 700 Arbeitsplätze musste man halten“, sagt er und spricht nach der Reduzierung des Baugebiets von einem „notwendigen Übel.“

Schließlich gehen seine Gedanken in die Neue Mitte. „Baulich absolut gelungen“, findet Glaser. Jetzt müsse man halt noch die Lärm- und Müllproblematik im Umfeld in den Griff bekommen. Jetzt aber schnell in den Wald und Vorfreude auf die nächste Probe fürs Konzert…..

  ⋌Lothar Schell

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