Holzverkauf: Punktlandung bei den Preisen

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Wald ist auch auf der Ostalb ein Wirtschaftsgut.
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Revierförster Reinhold Vogel legt im Gemeinderat den Nutzungs- und Kulturplan für den Stadtwald vor. Warum Forstdezernent Johann Reck Sorgenfalten auf der Stirn hat.

Oberkochen

Der Wald nimmt 73 Prozent der Fläche in der Gemarkung Oberkochens ein, der Stadtwald nimmt davon 87 Hektar ein, gerade mal ein marginaler Anteil von fünf Prozent. Aber, so betonte Revierförster in seiner Bilanz: „Wir haben ein erfolgreiches Jahr hinter uns und bei den Preisen eine Punktlandung erwischt.“ Musste man 2020 ein Minus von 8700 Euro bei einem Einschlag von 160 Festmeter schlucken, so steht 2021 ein Plus von 7400 Euro einem Einschlag von 435 Festmeter zu Buche, was den Stadtkämmerer erfreut. „Geschuldet“ sei dies den hohen Verkaufspreisen für Fichte, sagte Vogel.

Der Einschlag erfolgte schwerpunktmäßig im Sixenfeldle, am Volkmarsberg, in der Bilz und in den Gemeinderiesen. Zur weiteren Planung: Für 2022 ist ein Einschlag von 380 Festmetern im Rahmen des Zehnjahresplans vorgesehen. Neue Kulturen werden angelegt, siebenhundert Bäume am Volkmarsberg gepflanzt. Die Jungbestandspflege umfasst eine Fläche von 2,1 Hektar. Man rechnet mit einer Einnahme von 23000 Euro, die Auslagen lägen bei 18000 Euro.

Erfreuliches hatte Vogel zum Projekt „Hutewald“ auf dem Volkmarsberg zu berichten. Man warte zwar noch auf die definitive Genehmigung, aber die Ampel stehe auf Grün. Schafe und Ziegen seien schon auf der Fläche gewesen, Esel, Rinder und Schweine seien geplant, sagte er sinngemäß. Das Gebiet werde genau kartiert und im Rahmen einer Bachelor-Arbeit erwarte man weitere Aufschlüsse.

Dass der Wald insgesamt bundesweit stark unter dem Klimawandel leide, betonte der Forstdezernent des Landkreises, Johann Reck. Corona habe deutlich gezeigt, dass der Wald „das leistungsfähigste Erholungsinstrument ist“.

Die langfristige Nutzung von Holz werde die CO2-Bilanz verbessern, weil fossile Brennstoffe substituiert würden, fuhr Reck fort. Es sei vorgesehen, den Anteil der Laubhölzer deutlich zu erhöhen. Die Fichte komme zukünftig wohl an die Grenze ihrer Existenzberechtigung, meinte Reck auf Nachfrage von Martin Balle zur Borkenkäfer-Problematik. Man werde die Fichte in den nächsten 30 bis 40 Jahren wohl verlieren. Der Gemeinderat stimmte dem Nutzungs- und Kulturplan einstimmig zu.

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