Insgesamt 175 Jahre Chorgesang geehrt

Wie in Oberkochen trotz Pandemie die Cäcilienfeier abgehalten werden konnte.

Oberkochen. Leider konnte in diesem Jahr in Oberkochen bereits zum zweiten Mal das wichtigste Fest aller Kirchenchöre, das Fest ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Cäcilia, nicht in der gewohnten Weise mit einer schönen, abendlichen Feier begangen werden.

Der Vorsitzende des Chors ars cantus, Klaus Müller, ließ es sich aber trotzdem nicht nehmen, zum Ende einer am ersten Adventssonntag von einer Schola des Kirchenchors mitgestalteten Hl. Messe in der Pfarrkirche St. Peter und Paul der Gemeinde zumindest verbal die langjährigen Jubilare vorzustellen.

Immerhin addiert sich die Zahl der Mitgliedsjahre der zu Ehrenden auf 175. Zuvor jedoch betonte Pfarrer Andreas Macho in seiner Predigt, wie wichtig es in diesen tristen Tagen ist, mit der Heiligen Cäcilia die Erbauung in den Blick zu nehmen, die die Kirchenmusik und damit auch der Gesang in den Gottesdiensten gibt.

Er dankte dem Kirchenchor, dass selbst, als in den Gottesdiensten der Gemeindegesang untersagt war, immer eine Schola vorbereitet war, die Kirchenlieder zu Gehör zu bringen – unter Einhaltung aller Corona-Beschränkungen. Dies entspricht der Aufforderung Jesu, wach zu sein, nicht nur für seine im Evangelium verkündete Wiederkunft, sondern geistig und seelisch wach für die Bedürfnisse der Kirchengemeinde.

Die Ehrungen

Wie setzen sich nun die erwähnten 175 Jahre zusammen? Klaus Müller durfte für vier Chormitglieder die Ehrenurkunden des Cäcilienverbands verlesen.

Immer wieder gelingt es, auch jüngere Gemeindemitglieder für den Chorgesang zu begeistern. So verstärkt Brigitte Werner bereits seit 10 Jahren die Reihen des Soprans. Ein großer zeitlicher Sprung bringt Joachim Hug ins Blickfeld, der sich vor 40 Jahren als Tenorsänger zum Chor gesellte. Damit war es dann aber bereits nach 16 Jahren vorbei. Seit 1997 wirkt Hug - bis heute 24 Jahre - als Dirigent des Chors.

Und wieder erfolgt ein großer Sprung. Wolfgang Wagner lässt seit 60 Jahren seine Bassstimme im Chor hören. Daneben leitete er zu Müllers Jugendzeit viele Jugendgottesdienste. Lange Jahre sang er in der Schola, die bei bestimmten Gottesdiensten gebraucht wird, in den 1980er Jahren war er für einige Zeit Vorsitzender des Chors und vor 10 Jahren wurde er zum Ehrensänger ernannt. Jetzt fehlen nur noch 65 Jahre zur oben erwähnten Zahl. Diese werden von Gabriele Trittler eingebracht, die man eigentlich in Oberkochen niemandem erklären muss. Nachdem sie bereits 11 Jahre in ihrem Heimatort Wasseralfingen im dortigen Kirchenchor aktiv war, bereicherte sie ab 1967 für viele Jahre den Gesang des Oberkochener Chors als Sopransolistin – ihr erstes Solo hatte sie bereits im Alter von 18 Jahren gesungen. Selbst die kniffligsten Solo-Partien bewältigte sich stets souverän mit Leichtigkeit. Auch Gabi Trittler ist Ehrensängerin im Chor ars cantus, seit 15 Jahren.

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