Klimaschutz: Interkommunale Dienstleistungsgesellschaft

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Wie Oberkochen mit anderen Kommunen das Thema Wärmeplanung in die Hand nehmen will.

Oberkochen. Bereits bei der jüngsten Klausurtagung hatten sich Verwaltung und Gemeinderat mit dem Thema beschäftigt: Wie kann eine interkommunale Dienstleistungsgesellschaft den Klimaschutz voranbringen? Das Land Baden-Württemberg hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, den Treibhausausstoß des Landes im Vergleich zu den Gesamtemissionen der Jahre 1990 bis 2030 um mindestens 65 Prozent zu senken und bis 2040 soll eine Netto-Treibhausgas-Neutralität erreicht sein.

Klar sei, dass diese Ziele nur mit Hilfe der Kommunen umzusetzen und zu erreichen seien, sagt Bürgermeister Peter Traub. Hinzu komme, dass die Bundesregierung den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern Kohle und Gast sowie aus der Atomenergie beschlossen habe, ohne hierfür eine alternative Energieversorgung anbieten zu können. „Dies bedeutet, dass eine regenerative Energieversorgung und die entsprechende Infrastruktur erst aufgebaut werden müssen“, so Bürgermeister Traub. Dies er fordere sehr viele Planungsleistungen, Personal, Zeit und Geld.

Viele, vor allem kleinere Kommunen seien mit den damit verbundenen Aufgaben absehbar überlastet, weil sie weder die erforderlichen personellen noch finanziellen Ressourcen hätten. Selbst wenn man Planungsleistungen bei entsprechenden Büros einkaufe, verbleibe ein erheblicher Arbeitsaufwand bei den Kommunen selbst.

Was bis Ende 2022 geplant ist

Aus diesem Grund, so Traub weiter, habe er sich mit GEO-Geschäftsführer Tobias Koller und Oberbürgermeister Dieter Henle aus Giengen zusammengesetzt und Gedanken darüber gemacht, wie man die vorgegebenen Klimaschutzziele erreichen, die Wärme– und Energieversorgung vor Ort transformieren und die damit verbundenen Aufgabenbewältigen bewältigen und die Finanzierung des Gesamtprojekts decken könne. Bis Ende 2022 soll nun eine gemeinsame interkommunale Dienstleistungsgesellschaft gegründet werden, die die Aufgabe der Wärmeplanung erstellt, umgesetzt und betrieben werden könne. „Damit würden flexible Lösungen ermöglicht und die öffentliche Verwaltung entlastet“, blickt Traub in die Zukunft.

Die zu gründende Dienstleistungsgesellschaft würde weiteren Kommunen in der Region Ostwürttemberg offenstehen. Zwar seien die Städte Oberkochen und Giengen Hauptgesellschafter mit einem Anteil von zusammen 51 Prozent der Gesellschaftsanteile, die übrigen 49 Prozent stünden jedoch anderen Kommunen offen.

Wie Traub betonte, wollen auch die Städte und Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein, also Heubach, Mögglingen und Böbingen sowie die Ostalbkreis-Gemeinden Essingen und Waldstetten der neu zu gründenden Dienstleistungsgesellschaft beitreten.

Im Landkreis Heidenheim hat bereits die Gemeinde Hermaringen ihre konkrete Absicht bezüglich eines Beitritts bekundet. Mit weiteren Kommunen im Landkreis Heidenheim, wie zum Beispiel mit der Gemeinde Nattheim, würden derzeit Gespräche geführt. Der Gemeinderat Oberkochen wird noch vor der Sommerpause über eine Beteiligung beraten und beschließen. Das Gremium in Giegen wird am 21. Juli öffentlich beraten.

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