Joachim Heppner verlässt die Grünen

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Nach mehr als 27 Jahren Mitgliedschaft bei Bündnis 90/Die Grünen tritt Dr. Joachim Heppner aus der Partei aus. Das sind seine Gründe.

Oberkochen

Der Oberkochener Stadtrat Dr. Joachim Heppner verlässt die Grünen. "Der Grund ist die aus meiner Sicht verfehlte Corona-Politik bei Bündnis 90/Die Grünen", sagt Heppner gegenüber der SchwäPo.

Die meisten Mitglieder des Kreisverbands Aalen/Ellwangen würden seine Ansicht in Sachen Corona-Politik aus einer Mail von Bundestagsabgeordneter Margit Stumpp vom 20. Februar bereits kennen. "Kein einziges Mitglied der Grünen fand diese Mail einer Antwort würdig", zeigt sich Heppner enttäuscht. "Mein Eindruck ist, dass die Politik in Bund und Land in den letzten zwölf Monaten ein Desaster verursacht hat, aus dem unsere Gesellschaft viele Jahre nicht herauskommen wird", führt Dr. Heppner aus.

Er habe die Grünen immer als eine Partei der Demokratie, der Meinungsvielfalt und des offenen Diskurses verstanden, die sich für die Grundrechte und den Erhalt einer offenen Gesellschaft eingesetzt habe. "Jetzt erlebe ich die Grünen als Partei des Obrigkeitsstaats", so Heppner weiter. Einer Partei, die ihre Stimme nicht erhebe, wenn Freiheiten ohne ersichtlichen Nutzen massiv eingeschränkt würden, wenn das gesellschaftliche Miteinander erheblich gestört und Mittelständler, Kleinunternehmer und Kulturschaffende in den Ruin getrieben würden. Das Ganze finde statt auf Basis von Corona-Tests, die nichts über tatsächliche Erkrankungen oder konkrete Ansteckungsgefahren aussagten, sondern – so Heppner wörtlich – "eine erhebliche Falschpositiv-Rate aufweisen." Es sei kein Wunder, dass die "Infiziertenzahlen" momentan nicht weiter zurückgingen. Dennoch würden diese Zahlen verwendet, um den von oben verordneten Stillstand immer weiter zu verlängern.

Bevor die willkürlich als Begründung für den Lockdwon festgelegten Inzidenzwerte unterschritten würden, lege man schnell neue, niedrigere Grenzwerte fest. "Die von der Regierung geschürte Angst vor Corona hat weite Teile der Bevölkerung erfasst", sagt Dr. Heppner. Er wolle nicht bestreiten, dass Corona zu ernsthaften Erkrankungen und zum Tod führen könne. "Aber eine Therapie darf nicht schädlicher sein als die Krankheit selbst", setzte Dr. Heppner hinzu.

"Die Reaktion von Ministerpräsident Kretschmann auf die angekündigten Lockerungen des Lockdown in Bayern zeigt mir, dass meine Ansichten konträr zur Linie der Landesregierung sind. Daher ziehe ich die Konsequenzen." Dr. Heppner versichert, dass er grüner Politik weiter verbunden bleibe und diese unterstützen wolle, "wenn diese aus meiner Sicht den Menschen und der Umwelt hilft."

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