Keine neuen Bausünden im „Bronkel“

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Kontroverse Diskussionen um Bauvorhaben. Worum es geht.

Oberkochen.  Eine kontroverse Diskussion gab es im Technischen Ausschuss  um  den geplanten Bau eines Mehrfamilienhauses in der Bahnhofstraße 15. Die Altvorderen reden gerne vom „Bronkel“ oder vom „Brunkel“, wo sie ihre Kindheit verbracht haben.

Es ist der Flurbereich eingegrenzt von der Bahnlinie und dem Kocherkanal. Die verzweigte Mühlstraße zählt dazu, der Kapellenweg bis zur Röchlingstraße und ein kleiner Teil der Bahnhofstraße.

Dort beabsichtigt ein Bauherr, ein bestehendes Gebäude abzubrechen und stattdessen ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten und Tiefgarage in Holz-Hybrid-Bauweise mit Flachdach zu erstellen. Das Haus widerspreche den Festsetzungen des Bebauungsplans, da der nordöstlich des Mehrfamilienhauses geplante Pkw-Aufzug der Tiefgarage komplett außerhalb der  als überbaubar ausgewiesenen Grundstücksfläche erstellt werden solle.

Das Bauvorhaben füge sich nicht in die Umgebungsbebauung ein, so die Ansicht der Verwaltung, wobei grundsätzlich die Schaffung von Wohnraum begrüßt werde. Bürgermeister Traub bat darum, neue Pläne einzureichen. Gemeinderat und Verwaltung arbeiteten seit Jahren daran, Bausünden abzubauen. „Jetzt keine neuen Bausünden im Bronkel“, so Traub.

Kontroverse Diskussion

David Sievers versuchte, eine Brücke zu bauen. Verdichtung sei ja gewünscht, wenn der Bauherr um ein Geschoss reduziere, müsse es doch klappen, meinte er. Bürgermeister Traub betonte, dass das Bauvorhaben an der Geschossigkeit nicht scheitern werde, aber die jetzige Planung wäre ein klassisches Beispiel für „ein verheerendes städtebauliches Bild.“

So drastisch sehe er das in keiner Weise, meinte Reinhold Vogel. Im „Eisweiher“ stünden auch  große Wohnblöcke. „Städtebauliche Ansicht ist subjektive Beurteilung, auch ich habe kein Problem“, meinte Dr. Joachim Heppner.

Dagegen bezeichnete Richard Burger die Planung als „viereckigen Klotz ohne Inspiration.“ Dies in einer Umgebung, wo kleine Häuser und Satteldächer Bestand hätten. Bürgermeister Traub widersprach Dr. Heppner. In keiner Weise sei Städtebau subjektiv. Irgendjemand müsse ja danach schauen, dass „die Stadt nicht verschandelt wird.“

Schließlich sei die Stadt gewillt, den „Bronkel“ im Laufe der nächsten Jahre städtebaulich aufzuwerten. Peter Beck sah den Bau „sehr eng an der Straße. Mit sechs zu zwei Stimmen bei einer Enthaltung wurde schließlich das Einvernehmen für das Bauvorhaben versagt.

Allerdings sei die Verwaltung jederzeit bereit, sich noch einmal mit dem Bauherrn an einen Tisch zu setzen und Tipps zu geben, was in puncto architektonischer Freiheit möglich sei. Dann werde  das Bauvorhaben noch einmal dem Technischen schuss vorgelegt. Eine salomonische Entscheidung.⋌Lothar Schell

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