Kindheitserinnerungen aus dem Blick vom „Pederla“

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Hans-Peter Wolf hat seine Kindheitserinnerungen zu einem Buch verarbeitet - und plant bereits weitere Bücher.
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Als Mann der Kirche und des Ehrenamts ist Hans-Peter Wolf (62) bekannt. Jetzt präsentiert er ein Buch.

Oberkochen. Hans-Peter Wolf. Man kennt ihn als vertrautes Gesicht, wenn er in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul als Mesner wirkt oder als Kirchenpfleger Pfarrer Andreas Macho bei der Organisation und den Finanzen der Kirchengemeinde zur Seite steht. Als astreinen Älbler sowieso, da hat er in der Ortsgruppe in vielen Funktionen Geschichte geschrieben.

Man könnte vermuten, dass Hans-Peter Wolf mit seinen 62 Lenzen ein Spätberufener in Sachen Literatur ist. Dem ist nicht so, auch wenn erst jetzt sein erstes Buch im epubli-Verlag in Berlin auf den Markt gekommen ist. „Nein, geschrieben habe ich schon immer sehr gerne“, sagt Wolf und er blickt weit zurück.

In seiner Zeit als Mitglied des Jugendbeirats der Älbler hatte er im Hauptverein in den 1980er-Jahren an der Jugendzeitschrift „Stufe“ mitgewirkt und die Aktivitäten des Albvereins verfasst.

Bei einem Seminar der Aalener Volkshochschule hatte er zudem seine Kompetenz fürs Schreiben entdeckt und seine Schwester Renate habe ihn ermuntert: „Peter, schreib auf, wie es früher war, sonst geht vieles verloren.“ Dann hat er begonnen mit seinen Kindheitserinnerungen, acht Jahre lang hat er Manuskripte gesammelt. Vor drei Jahren spürte er dann förmlich, dass daraus ein Buch werden könnte.

Der Oberkochener Lektorin Melanie Kolbe hat er die Aufschriebe lesen lassen, sie ermunterte ihn zur Realisierung, gab Tipps fürs Layout und die Bilder.

„Pederla“ ist draus geworden. „Es geht mir um Erinnerungen an eine schöne Kindheit“, sagt der Autor. 200 Seiten Kindheitserinnerungen, 200 Seiten authentische Rückblicke, Eintauchen in Familienfeste, die Schulzeit, Feriengeschichten und familiäre Feierlichkeiten. Das Buch besticht durch Lebensnähe in sprühenden und sensibel aufbereiteten Geschichten. Für den heutigen Leser sicherlich auch ein Stück Nostalgie und Aufschluss, wie die Kindheit früher ausgesehen hat.

Den Titel hat er einer Bekannten seiner Oma, die aus dem Egerland stammt, gewidmet. Aus dem wohlgemeinten „Peterle“ war ein „Pederla“ geworden – egerländisch liebevoll gefärbt.

Hans-Peter Wolf ist sich sicher, dass weitere Bücher folgen werden. Er kennt auch schon den nächsten Titel: Auf „Pederla“ wird „Hansele“ folgen und damit die Reminiszenz an seine Jugendzeit. Ein drittes Buch mit Geschichten von und über seinen Vater hat er schon im Hinterkopf. Dessen Aufschriebe liegen schon fein säuberlich bereit.

Banker, Erzieher, Schreiber

Hans-Peter Wolf ist eine facettenreiche Persönlichkeit. Das Licht der Welt hatte er zwar in Nördlingen erblickt, aber im Grund ist er ein waschechter Oberkochener mit Herzblut für den Hausberg. Nach dem Abi am Oberkochener Gymnasium machte er eine Lehre bei der Deutschen Bank in Aalen, arbeitete dann in Stuttgart, München und Frankfurt für die Deutsche Bank. Als die Elternzeit begann, widmete er sich der Erziehung seiner Kinder Lukas und Lena, Gattin Heidi sorgte für den Lebensunterhalt. „Jeder Tag der Erziehung war schön“, blickt Wolf zurück.

An der Dreißentalschule war er in der Mittags- und Hausaufgaben-Betreuung beteiligt, er leitete die Sternsinger-AG, gehörte zwölf Jahre dem katholischen Pfarrgemeinderat an. Seit November 2018 ist er Kirchenpfleger, schon vorher hatte er die Aufgabe des Mesners übernommen.

Einige Jahre sang er unter Dirigentin Roswitha Maul beim Sängerbund. Im Fokus stand allerdings sein Einsatz für den Albverein: Fünf Jahre war er Vertrauensmann, fast 20 Jahre war Wolf in der Jugendarbeit tätig. Und wenn eine Schulklasse den Volkmarsberg-Turm besteigen will, muss „Pederla“ visitiert werden. Der hat nämlich die „Schlüsselgewalt“. Lothar Schell

Info: Hans-Peter Wolfs Buch „Pederla“ ist im epubli-Verlag in Berlin erschienen und kann über die Homepage des Verlags www.epubli.de unter dem Stichwort „shop“ bezogen werden. 200 Seiten, Preis 17,49 Euro.

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