Kirchengemeinde: Kindergarten belastet den Geldbeutel

+
Auf dem Friedhof sollen neuen Urnengräber errichtet werden. Kosten: etwa 40 000 Euro.

  Der katholische Kirchengemeinderat hat den Haushaltsplan für die Jahre 2021 und 2022 verabschiedet.

Oberkochen. In der jüngsten Sitzung des katholischen Kirchengemeinderats gab es grünes Licht für den Jahresabschluss 2020. Sonja Manteufel, die das Zahlenwerk vorstellte, gab bekannt, dass die Zahl der Katholiken in Oberkochen zum Ende des Jahres 2019 auf 3087 gesunken sei. Zwei Jahre zuvor zählte die katholische Kirchengemeinde noch 3225 Mitglieder. Damit sinkt auch die Bilanz bei der Kirchensteuer, die wohl auch in den Folgejahren weiter nach unten gehen werde, sagte sie. Im Verwaltungshaushalt sind im Plan 2022  für den Bereich Seelsorge und Kultur 34 700 Euro  Ausgaben angesetzt, 5000 Euro davon sind eingeplant für die Unterhaltung der Kirche und 14 000 Euro für die Heizung.  Für die Kirchenmusik stehen 12 200 Euro im Plan. Bei vielen Posten wurde deutlich, dass die Pandemie direkte Einflüsse hatte aufs Tagesgeschehen und damit auf das Haushaltswerk, da doch viele Veranstaltungen ausgefallen waren und weniger Gottesdienste stattfanden.

Der jährliche Aufwand fürs Rupert-Mayer-Haus wurde mit einem Betrag von 22 700 Euro beziffert, während auf der Einnahmenseite nur 200 Euro erwartet werden. Ähnlich die Situation beim Abmangel  im Edith-Stein-Haus: 2022  stehen Ausgaben in Höhe von 12 400 Euro 100 Euro Einnahmen gegenüber.

Der dickste Brocken im Haushalt 2022 ist der Kindergarten St. Michael mit geplanten Einnahmen von 527 000 Euro und Gesamtausgaben von 600 700 Euro. Sonja Manteufel stellte fest, dass ein Viertel des Kirchensteueraufkommens auf den Kindergarten entfalle. „Das schränkt den Handlungsspielraum der  Kirchengemeinde ein“, sagte der gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Thomas Haas

770 000 Euro Erlös für Grundstück Uhlandweg

Die wichtigste Einnahme für die Kirchengemeinde ist die Kirchensteuer, die im Plan für 2022 mit 290 000 Euro angegeben ist   – im Ergebnis 2020 waren es noch 305 916 Euro. Ein für die Kirchengemeinde erfreulicher Aspekt liegt im Vermögenshaushalt dahingehend, dass aus der Veräußerung  des fast 4000 Quadratmeter großen Grundstücks im Uhlandweg an die Stadtwerke Oberkochen ein  Erlös von 770 000 Euro ins Haus steht. Dort wird neben städtischen Wohnungen auch die katholische Sozialstation entstehen.

Auf dem Friedhof sind neue Urnengräber mit einer  Ausgabe von 40 000 Euro geplant, die der Friedhof-Rücklage entnommen werden.

Am Ende der Sitzung stellte die Vertreterin des Verwaltungszentrums die Rücklagen-Situation der Pfarrgemeinde vor und sie verwies darauf, dass viele Rücklagen zweckgebunden seien. Die großen Investitionsbrocken stehen für die katholische Kirchengemeinde 2024 ins Haus, wenn Sanierungen in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul und auf dem katholischen Friedhof im Bronkel realisiert werden sollen. Für die Renovierung der Pfarrkirche habe man noch keine Genehmigung seitens der Diözese Rottenburg, erklärte Thomas Haas. Bis Mai 2023 wolle man einen Antrag einreichen, so dass man mit den Renovierungsarbeiten 2024 beginnen könne. ⋌ls

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

Kommentare