Mit kommunaler Nahwärme Weichen stellen

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Warum es beim Jahresabschluss der GEO in Oberkochen mehr als nur ums Zahlenwerk ging.

Oberkochen. „Wir stecken voll in der Energiemarktkrise, alles spiegelt sich im Zahlenwerk nieder“, sagte der kaufmännische Leiter der Gesellschaft für Energieversorgung Ostalb Holger Röhrer. Es gehe der GEO um Versorgungssicherheit, Daseinsvorsorge und Gewinnorientierung. Letzeres stehe im Spannungsfeld der künftigen Entwicklung im Zeichen der Energiemarktkrise.

Der Energieverbrauch lag 2021 spürbar niedriger als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Umsatz-Rendite ist von 3,3 Prozent auf 2,4 Prozent gesunken, die Eigenkapitalrendite verschlechterte sich gegenüber dem Plan-Niveau um 3,1 Prozent auf 2,4 Prozent.

Höhere Bezugskosten fressen die Erlöse auf

Die Erlöse aus den gestiegenen Absatzmengen, besonders im Bereich Gas, wurden durch die Preis- und Kostensteigerungen bei der Gasbeschaffung aufgebraucht. Der Gasabsatz konnte im Geschäftsjahr 2021 auf 282 GWh gesteigert werden. Die GEO als Eigentümerin der Stromverteilnetze in Oberkochen, Essingen und Heubach arbeite gemeinsam mit dem Kooperationspartner EnBW ODR AG rund um die Uhr, damit dies so bleibe, wurde in der Sitzung des Gemeinderats ausgeführt. Die Finanzlage der Gesellschaft sei im Berichtsjahr jederzeit gesichert gewesen. Die liquiden Mittel sind um 241 000 Euro auf 1,588 Millionen Euro gesunken.

Das Betriebsergebnis in Höhe von einer halben Million Euro verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um zirka 447000 Euro, was im Wesentlichen auf höhere Gasbezugskosten und die erstmals erworbenen CO2-Zertifikate zurückzuführen ist. Vom Jahresgewinn in Höhe von 226997 Euro werden jeweils 75658 Euro anteilig an die Gesellschafter Oberkochen, Essingen und Heubach ausgeschüttet. Interessant wurde der Vortrag so richtig auf eine Anfrage von Martin Balle von der CDU-Fraktion. „Wie geht es weiter mit dem Gas nach der Verstaatlichung von UNIPER, was hat der Bürger zu erwarten?“

Zukunft am Gasmarkt: Blick in die Glaskugel

Die anschließende Diskussion ist mit dem „Blick in die Glaskugel“ zu beschreiben. „Auch wir als Energieversorger sehen die Zukunft kritisch“, meinte Röhrer. Die GEO profitiere davon, dass „wir uns nie aufs Glatteis begeben haben.“ Man habe nie mit Gas spekuliert oder gezockt. Jetzt habe sich der Markt gedreht. Erdgas werde eingekauft wie an der Börse. Die Rede sei von einer möglichen zwanzigfachen Erhöhung beim Gaspreis.

„Wenn die Politik nichts unternimmt, dann kommt dies direkt auf den Privatverbraucher zu“, so Röhrer wörtlich. Die UNIPER-Verstaatlichung sei dringend nötig. Der kaufmännische GEO-Leiter unterstrich, dass 56 Prozent des Gaspreises direkt durch den Staat über Steuern, Abgaben und Umlagen belastet und durch Netzentgelte bestimmt sei.

„Die GEO hat immer eine langfristige Beschaffungsstrategie verfolgt“, meldete sich Bürgermeister Peter Traub zu Wort. Wenn diese Verträge ausliefen, werde es Kärrner-Arbeit bei neuen Verträgen. Traub fügte hinzu, dass es aber „beim Gas nicht so brennt wie beim Strom.“

Gesellschafter-Gespräch wird bald kommen

In Bälde werde es ein Gesellschafter-Gespräch mit Heubach, Essingen und Oberkochen über die weitere Zukunft geben – der Blick in die Glaskugel. Die Politik verlange von den Kommunen bis 2040 die Anpassung der Klimaziele- „Bei uns in Oberkochen liegt dieser finanzielle Aufwand bei zwanzig Millionen Euro“, erklärte Traub.

„Mit der kommunalen Nahwärme haben wir die richtigen Weichen gestellt, meldete sich Götz Hopfensitz zu Wort. Nah- und Fernwärme seien gut, aber auch Wärme werde mit Gas hergestellt, fügte Dr. Joachim Heppner hinzu. Gut gestellt sei man durch Holz in der Nähe. „Aber auch Holz wird uns nicht retten, wies Heppner in punkto CO 2-Ausstoß aufs Klima hin. Zu begrüßen seien dezentrale Heizungen und Wärmepumpen.

⋌Lothar Schell

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