Nach dem Einsatz geht's zur Übung

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Der Flächenbrand war schnell gelöscht.
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Trotz Corona-Pandemie ist die Freiwillige Feuerwehr Oberkochen immer einsatzbereit. Jüngst wurden bei der Truppe Ernstfall und Übung eng vernetzt.

Oberkochen

Nach langer Corona- Zwangspause ist die Oberkochener Wehr wieder in Kleingruppen ins Übungsprogramm gestartet. Als viele Feuerwehrleute bereits im Gerätehaus bereitstanden, ging Alarm ein. Die Leitstelle schickte die Wehr zu einem Flächenbrand in der Leitzstraße.

„Die Ausrückzeit war ein Rekord“, blickt Kommandant Bernd Betzler zurück. Während die Wehr zu Einsätzen von der Arbeit oder dem Wohnort zum Gerätehaus fährt, sich umzieht und die Fahrzeuge besetzt, war man diesmal binnen Sekunden unterwegs zum Einsatz. Glücklicherweise handelte es sich nur um einen kleineren Flächenbrand, der schnell gelöscht war.

Zurück im Gerätehaus, wurden die Fahrzeuge einsatzbereit gemacht, desinfiziert und dann konnte die geplante Übung im Bauhof beginnen. Szenario war Rauchentwicklung in der Umkleidekabine der Bauhof-Mitarbeiter. Gut, dass sich keine Personen mehr im Gebäude befanden, so konnte sich der Angriffstrupp der Brandbekämpfung im verrauchten Gebäude widmen.

Routiniert rüstete sich der Angriffstrupp mit Atemschutzgeräten aus, setzte den Verteiler und machte sich auf den Weg zum Löscheinsatz ins erste OG. „Eine Herausforderung ist dabei das Schlauchmanagement, um jeden Winkel des Gebäudes zu erreichen“, stellte Frank Ebbers fest. Viel Schlauchlänge war nötig und damit steigt auch das Gewicht. Ein typischer C-Schlauch mit 15 Metern Länge wiegt fast 40 Kilo. Die Trupps mussten mehrere davon hinter sich herziehen.

Teamwork ist gefragt, eine Truppe führt von außen Schlauch nach. Zudem gibt es mit dem Schlauchpaket, das sich beim Füllen von selbst in Buchten verlegt, eine Alternative, sehr schnell und kräfteschonend 30 Meter Schlauch im Gebäude nutzen zu können. So war der angenommene Brand einer Waschmaschine schnell gelöscht.

Übung 2 bringt Überraschungen

In einem zweiten Durchgang wechselten die Trupps den Brand- und Übungsort. Es ging um einen Löschangriff in einer brennenden Garagenbox. „Man ist vor Überraschungen im Ernstfall nie gefeit“, weiß Frank Ebbers. Plötzlich stellte der Gruppenführer fest, dass er keinen Funkkontakt mehr hatte zum Angriffstrupp. Ein Zeichen, dass etwas passiert sein musste. So entschied er folgerichtig, den Sicherheitstrupp, der sich bei jedem Brandeinsatz automatisch ausrüstet, zur Rettung der Kameraden zu schicken. Die beiden „Verletzten“ wurden schnell gefunden, sie waren durch ein herabfallendes Bauteil verletzt worden und lagen bewusstlos neben einem Transporter. Der Sicherheitstrupp konnte sie schnell in Sicherheit bringen und das Einsatzszenario für erfolgreich beendet erklärt werden.

Erfreulich: Zwei Neue, die sich für die Arbeit der Feuerwehr interessieren, konnten sich bei der Übung ein Bild von der Kompetenz der Wehr machen. Bald können sie in Uniform das erste Mal in Übungen eingreifen. Die Manöverkritik war positiv, Verbesserungspotenziale wurden aufgezeigt. „Die Feuerwehr Oberkochen ist trotz Corona-Zwangspause gut gerüstet“, stellte Kommandant Bernd Betzler fest.

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