Neue Ziele einer reichen Stadt gefragt

+
Die Oberkochener Flächen zur Erweiterung der Gewerbegebiete.
  • schließen

t Was die beiden Aktivistinnen Adelinde Pfistner und Karin Kratzer-Wirth sich für die Zukunft Oberkochens wünschen und wie das funktionieren kann.

Oberkochen

Die Bauarbeiten für die Erschließung des Gewerbegebiets „Oberkochen Süd III“ sind beschlossen. Sie sollen jetzt Anfang Mai beginnen. Daher haben sich Karin Kratzer-Wirth und Adelinde Pfistner von den Grünen nochmals zu Wort gemeldet. Die beiden Grünen-Sprecherinnen akzeptieren zwar das Ergebnis und den Beschluss für die Bebauung des Areals durch Hensoldt unterhalb des Rotsteins. Dennoch mahnen die beiden an, dass Umwelt und Natur in Oberkochen mehr berücksichtigt und besser geschützt werden müssen.  „Die eingeforderten Ausgleichsmaßnahmen sind dann hoffentlich auch ein echter Ausgleich“, sagt Adelinde Pfistner.

Wie geht Klimaneutralität

Zwei Jahre lang hat das Verfahren für einen „Bauplatz“ für die Firma Hensoldt gedauert. Das Rüstungsunternehmen ist aktuell zur Untermiete auf dem Gelände der Firma Carl Zeiss. Jedoch benötigt letztere die Flächen selbst. Die Bürgerinitiative, von Karin Kratzer-Wirth und Adelinde Pfistner ins Leben gerufen, hat einen Teilerfolg verbuchen können. „Toll dass die Fläche, die nun überbaut werden wird, wenigstens kleiner ist, als zunächst vorgesehen“, sagt Karin Kratzer-Wirth und erinnert damit an das ursprünglichen 8,3 Hektar große avisierte Areal. Dank des Kaufs eines 1,7 Hektar großen Optionsgeländes von der Firma YG-1 durch Hensoldt wurde eine neue Lösung gefunden, bei der das Gewerbegebiet um nun  3,3 Hektar erweitert wird. Für Karin Kratzer-Wirth und Adelinde Pfistner noch immer zuviel. „Wir hören von allen Seiten Klima und Umwelt schützen“, sagt Pfistner und spricht von Nachhaltigkeit, von Biotopen, seltenen Tier- und Pflanzenarten und von einer klimaneutralen Stadt. „Unser Ziel muss es sein, dass Oberkochen eine solche klimaneutrale Stadt wird“, sagt Adelinde Pfistner. „Oberkochen ist eine reiche Stadt“, fügt Karin Kratzer-Wirth hinzu. Da ließe es sich durchaus vieles verwirklichen. Nicht nur, dass in der Nachbarschaft Windkraft auf den Dächern Fotovoltaikanlagen installiert werden. „Mir wäre es vor Ort wichtig, dass es beispielsweise  Bürgerbusse gibt und, dass die Stadt stärker von den überall parkenden Einpendlern entlastet wird“, sagt Karin Kratzer-Wirth. Als Fan naturnaher Gärten fordert sie auch wesentlich weniger Schottergärten, die es ihrer Meinung nach „zuhauf in Oberkochen gibt“.  „Wenn wir uns nicht jetzt auf den Weg machen, wann dann“, stellen die beiden engagierten Umweltaktivistinnen die rhetorische Frage. 

Wo es Respekt braucht

Dazu müsse aber bereits die Diskussionskultur sich im Gemeinderat verändern, fordern die beiden. „Es braucht Respekt, den haben wir in der Debatte um das neue Gewerbegebiet vermisst“, sagt Karin Kratzer-Wirth. Zunächst müsse man die Bürgerinnen und Bürger in entsprechenden Veranstaltungen informieren, um dann den Diskurs zu eröffnen, so Adelinde Pfistner.  „Bei uns in Oberkochen wird alles in den Gremien vorbesprochen“, meint Kratzer-Wirth, der ein offener Dialog ebenfalls fehlt. Schließlich gehe Natur alle an.

Wer ernsthaft sein soll

Nachtreten und nur Vergangenes im Blick, das ist nicht das Ziel den beiden umwelt-engagierten Oberkochenerinnen. „Jetzt steht im Mittelpunk, was braucht das Oberkochen der Zukunft“, sagt Pfistner. Teil dieser Zukunft müssten neben der Klimaneutralität auch ganz konkret umgesetzte Vorgaben sein. Was die zwei damit meinen? Etwa die Ausgleichsmaßnahmen für das erweiterte Gewerbegebiet. „Da hoffen wir auf sehr viel Ernsthaftigkeit“, sagt Kratzer-Wirth und fordert von den Gemeinderäten Transparenz bei der Umsetzung und Einbindung jener, die sich dafür interessieren.

Ökologisch und kreativ

Und noch eins fordern Kratzer-Wirth und Pfistner: ein ökologisches Konzept für den Quartiersbau. Im Fokus dabei sollen Themen stehen, wie die Begrünung der Stadt, Energiesparpotenziale und wie groß ist der Flächenverbrauch.

Teil dessen soll auch eine Tourismuskonzeption für eine großartige Landschaft sein und eine neue Mobilität mit sicheren Radwegen und mehr verkehrsberuhigten Zonen aber auch mit kreativen Denkanstößen wie einer Zahnradbahn zum Stadtteil Heide. 

Wenn wir uns nicht jetzt auf den Weg machen, wann dann?“

Karin Kratzer Wirth und, Adelinde Pfistner, Umweltaktivistinnen

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

Kommentare