Oberkochen erstellt Gasnotfallplan

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ILLUSTRATION - Ein hydraulischer Abgleich hilft dabei, dass in jedem Heizkörper des Hauses ausreichend Wärme ankommt - und man das Ventil nicht zu hoch drehen muss. Foto: Christin Klose/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++
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Welche Maßnahmen für öffentliche Einrichtungen gelten sollen.

Oberkochen. Energie wird knapp, dies gilt insbesondere für Erdgas“, sagt Bürgermeister Peter Traub beim Pressegespräch. Es bestehe eine große Abhängigkeit von russischen Erdgas-Lieferungen, die nicht kurzfristig substituiert werden könnten.

Als Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der daraufhin verhängten Sanktionen seien die nach Deutschland gelieferten Gasmengen inzwischen auf nur noch zwanzig Prozent der vereinbarten Menge gedrosselt worden. Nach Ausrufung des Gas-Notfallplans durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gelte nun die Alarmstufe.

„Erdgas ist nicht nur als Heizenergie wichtig, sondern auch für die Stromversorgung“, erklärt Traub. 2021 seien zirka sechzehn Prozent des erzeugten Stroms in Gaskraftwerken erzeugt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und die Bundesnetzagentur hätten daher die Kommunen aufgerufen, wo immer nur möglich Erdgas einzusparen und eine kommunale Gasnotfallplanung zu erstellen, in der konkrete Maßnahmen zur Einsparung von Erdgas benannt und ergriffen werden. Traub nennt die Stadt Nürnberg, die bereits drei von vier Hallenbädern geschlossen habe.

Mit der Gasnotfallplanung seien teilweise erhebliche Einschränkungen verbunden, die insbesondere das Freizeitbad „aquafit“ als größten Energieverbraucher träfen, erklärt der Bürgermeister. „Unter allen Umständen soll es keine Schulschließungen geben“, sagte Traub.

Dasselbe gelte für eine erneute Rückkehr ins Home-Schooling. Auf Wunsch der Schulleiter solle dies unter allen Umständen vermieden werden. Die Bürgerinnen und Bürger bittet Traub um Verständnis und Solidarität angesichts der aktuell besorgniserregenden Versorgungslage.

„Wir können diesen Winter nur dann ohne Schaden für Unternehmen und Bevölkerung überstehen, wenn wir alle zusammenhalten und jetzt so viel Energie wie nur möglich einsparen“, so Traub wörtlich. Die Stadtverwaltung Oberkochen gehe mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen mit gutem Beispiel voran.

So sehen die ergriffenen Maßnahmen aus

Die Stadt Oberkochen habe nun ebenfalls gemeinsam mit der GEO und der Stadtwerke Oberkochen GmbH eine Gasnotfallplanung erstellt, die zunächst eine Einsparung von Erdgas in öffentlichen Einrichtungen vorsieht. Die folgenden Maßnahmen gelten mit Wirkung vom 1. September 2022.

Raumtemperaturabsenkungen:

Im Rathaus inklusive Sitzungssaal und Bürgersaal auf unter 19 Grad, Abschalten der Fassadenbeleuchtung, Abschaltung aller Standby-Geräte nach Arbeitsschluss. Raumtemperaturabsenkung gilt im Schillerhaus auf Frostschutz, Raumtemperaturabsenkung im Jugendtreff auf unter 19 Grad. Raumtemperaturabsenkung in der Stadtbibliothek ist auf unter 10 Grad, im BackOffice auf unter 19 Grad geplant. Im Bauhof und der Kläranlage gilt Raumtemperaturabsenkung auf unter 19 Grad.

Die Raumtemperaturabsenkung in Sporthallen wird auf 15 Grad vorgenommen, ein Abstellen von Duschen in Sporthallen, falls sinnvoll und möglich – Stichwort „Legionellen“ - ist vorgesehen.

Eine Raumtemperatursenkung in den Schulen auf unter 19 Grad kommt.

Abschaltung der Beleuchtung :

Licht aus und Aus der Wasserfontänen ist in der Neuen Mitte ab 22 Uhr, Abschalten der Straßenbeleuchtung zwischen 1 Uhr und 5 Uhr.

Komplette Schließung aquafit

Das Freizeitbad „aquafit“ wird geschlossen. Schulen verzichten auf Schwimmunterricht.

⋌Lothar Schell

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