Oberkochen – fit für Familien

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Oberkochen aus der Luft betrachtet.
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So lebt es sich in der Stadt am Schwarzen Kocher. Wie die Einwohnerinnen und Einwohner die „Weltgemeinde“ bewerten, wo sind die Stärken und gibt es Schwächen?

Oberkochen

Ist die  13 eine Unglückszahl? Für Oberkochen sicherlich nicht. Denn die Stadt im oberen Kochertal belegt den 13. von 43 Plätzen beim Ostalbcheck dieser Zeitung und liegt damit deutlich im oberen Drittel der Wertung. In neun von 15 Lebensbereichen, wie Gesundheitsversorgung, Kinder und Familie, Sicherheit oder Klimaschutz haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage ihrer Stadt einen überdurchschnittlichen Rang zuerkannt. „Wir leben gerne in Oberkochen, es wird hier vieles richtig gemacht“, so lautet ein Statement beim Ostalbcheck. Aber es gibt auch Kritik und Anregungen von den insgesamt 346 Oberkochenern (3,1 Prozent), die sich an der Umfrage beteiligt haben.

Vor- und Nachteil zugleich

Es bewegt sich viel in der „Weltgemeinde“, wie Oberkochen sich nennt. Manche Kommune im Ostalbkreis mag sich die Augen reiben, angesichts der Investitionen, die die Stadt zu stemmen vermag. So entstehen aktuell ein Hallen- und Freizeitbad für 24,5 Millionen Euro sowie eine dreiteilige Sporthalle mit einem Investitionsvolumen von 14 Millionen Euro. Diejenigen, die solche Vorzeige-Vorhaben ermöglichen, sind Weltfirmen wie Carl Zeiss, Leitz oder Hensoldt.  Sie sorgen für hohe Gewerbesteuereinnahmen und  schaffen Arbeitsplätze. Doch wer arbeitet, will standortnah wohnen. Neubaugebiete sind aber in der Stadt in Tallage begrenzt.

Die Folgen manifestieren sich bei der Befragung zum Immobilienmarkt, der kreisweit 4,9 Punkte erhält. Oberkochen liegt mit 4,3 Punkten auf dem vorletzten – also dem 42. Platz – bei der Bewertung der Höhe der Mieten und der Kaufpreise.  Nur Aalen ist schlechter. Das Wohnangebot wird von den Umfrageteilnehmenden als stark verbesserungswürdig betrachtet. „Es fehlen Bauplätze für Familien“, „mehr Wohnraum für Senioren“, „mehr bezahlbarer Wohnraum“ oder „wir würden einen Flächentausch mit Unterkochen bzw. der Stadt Aalen begrüßen“, schreiben Bürger und Bürgerinnen in ihren Anmerkungen. 

Mehr Gastro-Angebote?

Ein ungünstiger Wert kennzeichnet Oberkochen in puncto Gastronomie. Selbst wenn es das „Vilotel“ am Ort mit seiner regionalen Küche in den „Gusto Gastronomieführer“ geschafft hat und einige Restaurants mit ihrer Küche Gäste verwöhnen, rangiert die Stadt mit 5,4 Punkten von zehn möglichen unterhalb des Ostalb-Durchschnitts, der bei 6,2 Punkten liegt. Die Ursachen dafür dürften eher nicht  Folgen der Corona-Pandemie sein. Umfrage-Rückmeldungen lauten etwa: „Die gastronomische Vielfalt sollte verbessert werden“. Oder eine andere: „Die Gastronomie lässt zu wünschen übrig.“ Das zeigt: Trotz des örtlichen „Basis-Angebots“ ist noch Luft nach oben. 

Bus und Bahn

Anmerkungen und Ranking gehen beim ÖPNV auseinander. In zahlreichen Statements merken die Umfrage-Teilnehmenden an, beim Öffentlichen Personennahverkehr hake es; etwa beim Anschluss von Bahn an Bus auf die Heide – „nicht mal ein Taxi gibt es“. Die Taktung in Oberkochen sei „zu lang“; am Wochenende, so heißt es, laufe gar nichts. Dabei liegt die Stadt auf Rang 12 mit 5,7 Punkten gar nicht mal so schlecht: Der öffentliche Nahverkehr im Ostalbkreis mit einem Wert von durchschnittlich 5,4 Punkten zählt zu jenen drei Kategorien, die am schlechtesten bewertet wurden. 

Bei der Verkehrs- und Lärmbelastung scheidet Oberkochen mit 5,2 Punkten (5,1)  durchschnittlich ab. Ebenfalls Durchschnitt mit 6,1 und einem 16. Rang, so das Votum der Einwohnerinnen und Einwohner, ist das kulturelle und Freizeit-Angebot. Der kreisweite Schnitt liegt bei 6,2. Dabei wünscht man sich in Oberkochen noch mehr – Spielplätze oder einen Fitness-Park. 

Familien & Co.

Bei weitem kein Durchschnitt ist Oberkochen beim Thema Familienfreundlichkeit. Es zeigt, dass Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle in der Stadt am Schwarzen Kocher spielen. Gefragt war nach dem Angebot für Jugendliche, ob Kinder in Kitas ausreichend betreut werden können und wie die Schul- und Ausbildungssituation ist. Mit 7,4 Punkten – der Durchschnitt liegt bei 6,7 – rangiert Oberkochen mit seinen Kinderhäusern und Kitas, mit Gymnasium und Ausbildungsplätzen nach Essingen, Mutlangen, Westhausen und Heubach an sechster Stelle.

Ein Top-Wert und Platz 3

Top-bewertet ist die Stadt bei der Gesundheitsversorgung und liegt im Kreisvergleich (6,0) mit 7,6 auf Platz 3. Nur Waldstetten und Mutlangen sind besser bewertet. Das bedeutet, die Mehrheit zeigt sich zufrieden mit Arzt und Arztpraxen, mit Physiopraxen und Pflegedienst.

Gute Werte fahren auch die Sauberkeit – mit 7,4 bei einem Kreisdurchschnitt von 6,7 – und die Sicherheit (7,0 / 6,6) ein. Bei letzterem wiegt wohl auch, dass Oberkochen über einen Polizeiposten verfügt. Und dass Oberkochen seniorenfreundlich ist, dafür steht ein 9. Rang mit 6,9 Punkten gegen einen Kreiswert von 6,3.

Leicht unterdurchschnittlich bewertet sind das Sport- und Vereinsleben (6,9 / 7,2) sowie der Einzelhandel (6,2 / 6,4).

Alle Ergebnisse finden Sie auf www.schwaepo.de/ostalbcheck

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Es fehlen

Befragte/Befragter, beim Ostalbcheck

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