Oberkochen: Hohe Gewerbesteuereinnahmen erwartet

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Zeiss Oberkochen trägt maßgeblich zu den guten Zahlen bei, die Oberkochen für das kommende Jahr im Haushalt vorlegen kann.
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Vor dreißig Jahren noch tiefer Frust und massive Schulden, jetzt Rekordzahlen. Was drin steckt.

Oberkochen. „Der vorliegende Haushalt ist ein beeindruckendes Zahlenwerk, denn wir investieren in ungewöhnlich hohem Umfang in die Zukunft unserer Stadt“, erklärte Bürgermeister Traub in der gestrigen Sitzung des Gemeinderats. Dies ermöglichten die ansässigen Unternehmen, allen voran die Zeiss-Gruppe.

Im kommenden Jahr, so Traub, werde mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 99,4 Millionen Euro gerechnet. Dabei gehe man weiterhin von stabilen Einnahmen auf hohem Niveau aus. So werde das voraussichtlich ordentliche Ergebnis, also der Saldo aus den ordentlichen Erträgen und den ordentlichen Aufwendungen, zirka 34,7 Millionen Euro betragen. 2022 werde die Stadt insgesamt rund fünfzig Millionen Euro investieren, so viel wie niemals zuvor. Auch ein Rekord: Der Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushalts, die frühere freie Spitze, wird mit 34,7 Millionen Euro bilanziert.

„Der vorliegende Haushalt ist ein beeindruckendes Zahlenwerk“ Peter Traub, Bürgermeister

Hohe Umlagen

Die Kehrseite: Gute Einnahmen bedeuten zugleich hohe Umlagen an Bund, Land und Landkreis. Dafür muss die Stadt im kommenden Jahr zirka 61 Millionen Euro aufwenden, wovon allein auf den Ostalbkreis 22 Millionen Euro entfallen. Bürgermeister Traub erinnerte an die die düsteren Mitt-Neunziger-Jahre. Zeiss stand am Abgrund, Arbeitslose, Demonstrationen. Die Stadt sei schlichtweg pleite gewesen, die Gewerbesteuer war um über neunzig Prozent eingebrochen. Zu viel gezahlte Steuern mussten zudem in Millionenhöhe zurückbezahlt werden und öffentliche Einrichtungen standen vor der Schließung. Traub zeichnete den „damals gefühlten Weltuntergang in Oberkochen.“

Die momentan überragende Finanzsituation solle nicht zu dem Glauben verleiten lassen, dass „sich so etwas in der weiteren oder fernen Zukunft nicht wiederholen könnte.“

Großen Dank zollte Traub allen voran dem Unternehmen Carl Zeiss, das wie Phönix aus der Asche gestärkt aus der Krise hervorgegangen sei und heute eine Weltspitzen-Position einnehme. Die Stadt habe durch die Schaffung von Gewerbegebieten das Ihrige getan und in Sachen Standortfaktoren wie zum Beispiel den Ausbau der Schulen und der Kinderbetreuung eine positive Entwicklung am Standort auf den Weg gebracht.

Investitionen in aktuelle Projekte

Fürs Schulzentrum, Mensa, Schülerhort und den Neubau der Dreißentalhalle werden insgesamt 31 Millionen veranschlagt. Die Kosten für die Sanierung und den Umbau des Tiersteinschulgebäudes liegen bei rund 7,5 Millionen Euro. Die geschätzten Kosten für den gemeinsamen Neubau einer weiteren Kindertagesstätte mit Carl Zeiss im interkommunalen Gewerbegebiet Oberkochen-Königsbronn bezifferte der Bürgermeister auf 9,3 Millionen Euro, wovon die Stadt Oberkochen nach Abzug der staatlichen Zuschüsse einen hälftigen Anteil von zirka vier Millionen Euro zu tragen hat.

Die Kosten fürs „Jahrhundertprojekt Sportzentrum“ werden mit 38,5 Millionen Euro veranschlagt. Für den Bau eines „Blaulichtzentrums“ sind fürs kommende Jahr 250000 Euro eingestellt, in den Folgejahren 2023 und 2024 weitere Mittel in Höhe von insgesamt sechs Millionen Euro. Baubeginn fürs Großprojekt „Sozialstation mit Tagespflege und betreuen Wohnungen“ ist im kommenden Jahr. Die Kosten für dieses Projekt werden aktuell auf etwas über fünfzehn Millionen Euro geschätzt.

„Wir in Oberkochen gehen optimistisch in die Zukunft“, erklärte Bürgermeister Traub. Trotz der guten Haushaltslage bleibe man aber bodenständig und vernünftig. Der vorliegende Haushaltsplan beweise, dass Stadt und Gemeinderat vernünftig mit den anvertrauten Steuergeldern umgingen. Traub wörtlich: „Wir haben den Erfolg der ehrlichen Arbeit der Menschen und der Verantwortlichen in den Unternehmen zu verdanken.“

Mehr zur Haushaltsrede und den Projektinhalten diese Woche. Lothar Schell

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