Oberkochen: Traub mit Spendierhosen und ein offenes Säckel

+
Die Oberkochener Gemeinderäte haben sich bei ihrer Sitzung mit dem Haushalt 2022 befasst.

Oberkochen erwartet für 2022 Gewerbesteuern in Höhe von über 99 Millionen Euro.

Oberkochen. Die großen Brocken wie Dreißental-Schulzentrum oder Hallenbad und Sporthalle in der Schwörz waren schnell vom Tisch, auch vielfach schon beraten. Die superstarke Finanzlage der Stadt ermunterte zur Antragsflut: Das Säckel weit geöffnet und Bürgermeister Peter Traub hatte extra für die Beratungen die Spendierhosen aus dem Schrank geholt.

Den Anfang machte Dr. Joachim Heppner von Bündnis 90/Die Grünen mit dem Antrag, das Amtsblatt künftig kostenlos an die Bürger abzugeben. Oberkochen sei eine finanzkräftige Stadt und könne darüber hinaus auch noch die Wirtschaft großzügig unterstützen, argumentierte Heppner. Die Bedeutung einer Stadt sei aber auch immer mit der Entwicklung ihrer Bevölkerung verbunden. Ziel sei, die Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt zu stärken.

Man werde die Zahlen erheben und im Verwaltungsausschuss vorlegen, erklärte der Bürgermeister. 200 000 Euro sollen für ein kostenloses Amtsblatt in den Haushalt eingestellt werden. Es geht um die Gratislieferung an aktuell 188 Haushalte.

„Ein charmanter Vorschlag“, attestierte Reinhold Vogel. Amtliche Informationen müssten bei den Bürgern ankommen, fügte Peter Beck hinzu. Bei einer Gegenstimme von Tanja Hafner wurde der Grünen-Vorschlag gebilligt.

Zwei interfraktionelle Anträge

SPD und CDU beantragten, eine Planstelle fürs Gebäude-Management der städtischen Immobilien und von im Besitz der Stadtwerke befindlichen Wohnungen. Der Immobilienbesitz sei ständig gewachsen und dies werde mit Millionen-Investitionen unvermindert weitergehen, führte Richard Burger aus. Es gehe um einen laufenden und dauerhaften Überblick über die kurz-, mittel- und langfristigen Sanierungen und Instandhaltungen. „Sie rennen da offene Türen ein“, antwortete Bürgermeister Traub. Die beiden Hochbautechniker seien voll ausgelastet, hinzu kämen die vielen Neubau-Projekte. Einstimmig votierte der Rat für die Planstelle.

Der zweite interfraktionelle Antrag ging in Richtung „Biotop-Verbund“ – ausgehend von SPD und Grünen. Planungskosten in Höhe von 60 000 Euro werden eingestellt für einen Biotop-Verbund auf der Gemarkung Oberkochen. Fachbüros sollen wegen eines Angebots angefragt werden. Charmant dabei ist, dass Planungskosten für die Erstellung von Biotopverbund-Plänen zu 90 Prozent und Umsetzungen zu 70 Prozent gefördert werden. Anliegende Themen sind: Waldränder, Heckenstreifen, diverse Saumbiotope und ein Biotop-Verbund „Offenland“ – einstimmiges Votum vom Gremium.

Kernstadt-Entwicklung

Martin Balle beantragte für die CDU-Fraktion, die zentrale Stadtmitte mit den bereits im Besitz der Stadt befindlichen Grundstücken und Gebäuden im Rahmen eines größeren Architektur-Wettbewerbs zu entwickelt und kurzfristig wichtige Gewerbe- und Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen. Hintergrund ist, dass die Stadt in der Aalener- und Heidenheimer Straße Grundstücke erworben hat. Weitere Grundstücke, wie etwa die ehemaligen Gasthäuser „Lamm“ und „Ochsen“ werden folgen.

„Da mache ich gerne mit, es geht um städtebauliche Innenstadt-Planung“, meinte der Bürgermeister. Entsprechende Angebote sollen eingeholt werden.

Buswartehäuschen

Die Stadt investiert 1,5 Millionen Euro in die barrierefreie Umgestaltung der Buswartehäuschen. Ausgenommen worden waren die beiden Bushaltestellen in der Stadtmitte. Peter Beck machte sich stark für freitragende Glasdach-Konstruktionen. Desgleichen auch beim Bahnhof in der mittigen Verkehrsinsel.

Nach grober Schätzung von Stadtbaumeister Johannes Thalheimer fällt dies mit 250 000 Euro ins Gesicht. Einstimmigkeit. ls

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema