Oberkochen trotzt den Krisen

+
So soll das Hallenbad aussehen.

Bürgermeister Peter Traub bringt den Haushalt für das Jahr 2023 im Gemeinderat ein.

Oberkochen. Über das Fell des Oberkochener Bären, soll und wird niemand ohne die Zustimmung der Oberkochener selbst Entscheidungen treffen. Das sagt Bürgermeister Peter Traub und zeigt sich enttäuscht darüber, dass die Stadt Aalen sich nun doch gegen den Autobahnzubringer über die Ebnater Steige entschieden habe. Bei der Suche einer „Wunschtrasse“, um das Thema Ortsumfahrung Unterkochen endlich lösen zu können, stellt Traub jedoch klar, dass alle Pläne, welche die Stadt Oberkochen betreffen würden, nicht ohne deren Zustimmung beschlossen werden können.

Sieben Großprojekte

Neben diesem kleinen Wink nach Aalen, geht aus der Rede von Bürgermeister Peter Traub außerdem ganz deutlich hervor, in welch privilegierter Lage sich die Stadt Oberkochen befindet. In Zeiten multipler Krisen kann es sich die Kommune leisten, diverse Großprojekte voranzutreiben. Die meisten der Projekte zielen hauptsächlich darauf ab, die Oberkochener Infrastruktur zu verbessern. Darunter auch das größte Investitionsvorhaben in der Geschichte Oberkochens, dass in den aktuellen Zeiten staunen lässt. Während vielerorts Schwimmbäder nicht saniert werden können, Wassertemperaturen abgesenkt werden und Saunen schließen, da baut Oberkochen ein neues Hallenbad mit Turnhalle und Sauna für fast 40 Millionen Euro, welches im kommenden Herbst seine Tore öffnen soll.

Ein weiteres Projekt ist der Ausbau der Anschlussstelle B19. Die Kosten haben sich im Vergleich zu den Plänen im Februar beinahe verdoppelt und liegen Stand jetzt bei 27,2 Millionen Euro, allerdings tragen der Bund, das Land und der Ostalbkreis einen großen Teil der Kosten, so dass für die Stadt Oberkochen die Kosten noch bei knapp neun Millionen Euro liegen.

Weitere Projekte sind der Neubau der Dreißentalhalle mit Schulmensa, die im Herbst 2025 fertiggestellt sein soll, der Neubau des modernen Blaulichtzentrums im Stadtgebiet Bronkel, dessen Fertigstellung ebenfalls im Jahr 2025 geplant ist und bereits im Herbst 2024 soll die neue Sozialstation mit Tagespflege und 44 betreuten Wohnungen bezugsfertig sein. Allesamt Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. Außerdem haben die Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet „Oberkochen Süd III“ begonnen.

Für die Kinder ist gut gesorgt

Durch den Umbau der Dreißentalschule in ein Schulzentrum und die anstehende Sanierung des Backsteinbaus, an dem ein neuer Schulhort entstehen soll, erfüllt Oberkochen laut Traub bereits jetzt die Voraussetzungen für den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung von Grundschulkindern ab 2026.

Gemeinsam mit dem Unternehmen Carl Zeiss entsteht die Kindertagesstätte „Einstein“. Die neue Kita soll 30 Krippen- und 60 Ganztagesbetreuungsplätze zur Verfügung stellen. Die 9,3 Millionen schwere Investition wird zur Hälfte von Carl Zeiss übernommen.

Auch die bestehenden Betreuungsangebote konnten trotz schwieriger personeller Situation alle gehalten werden, sagt Traub. Anders als andere Kommunen konnte Oberkochen Schließungen von Einrichtungen vermeiden. Traub lobte auch die gute Zusammenarbeit mit ausländischen Fachkräften und nannte als aktuelles Beispiel zwei spanische Betreuungskräfte, die das Kita-Team der Stadt ergänzen. ⋌Max Wanner

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Kommentare