Oberkochen will klimaneutrale Zone werden

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Wie die Kommune den Aufbau einer Wärmenetzinfrastruktur auf den Weg bringen will.

Oberkochen. Der Beschluss des Gemeinderats Oberkochen steht: Es wird ein Wärmenetz auf der Basis erneuerbarer Energien und hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung aufgebaut, ausgehend von dem Standort einer Heizzentrale am Bauhof und mit Versorgung der Gebiete von der Beethovenstraße bis zum Uhlandweg.

Auch für Privatpersonen

Dies beinhaltet den Aufbau einer Heizzentrale inklusive eines Lagerraums für Holzhackschnitzel. Ferner sollen die Dächer der öffentlichen Liegenschaften für die Nutzbarkeit mit Photovoltaik vorbereitet werden und diese Photovoltaik-Anlagen werden so ausgelegt, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine entsprechende Ladesäulen-Infrastruktur samt Batteriespeicher nachgerüstet werden kann.

Der Aufbau des Wärmenetzes und von Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen und privaten Liegenschaften soll unter Federführung des lokalen Netzbetreibers, der Gesellschaft für Energieversorgung Ostalb (GEO) über die Bühne gehen.

Der Gemeinderat hat die Verwaltung mit der Vergabe der Wärmebeschaffung bei öffentlichen Gebäuden beauftragt. Dies unter der Maßgabe eines niedrigen Primärenergiefaktors mit maximal 0,7, einer daraus resultierenden Absenkung der CO2-Emissionen der Gebäude und dabei bei langfristigen und preisstabilen Konditionen. „Auch für private Nutzer wird dieses Projekt zukünftig interessant“, betont Bürgermeister Peter Traub. Derzeit sicherlich noch so interessant, weil über die GEO günstige Preise beim Erdgas garantiert seien. Aber man dürfe nicht vergessen, dass die CO2-Abgabe weiter steigen werde.

Traub bezeichnete den Beschluss für den Aufbau einer Wärmenetzinfrastruktur als gleichsam historisch wie vor gut vierzig Jahren, als die Erdgas-Versorgung unter dem damaligen Bürgermeister Harald Gentsch ins Leben gerufen wurde.

Was im Detail geplant ist

Auf Grundlage der bisherigen Untersuchungen durch die „Tilia GmbH“ mit dem Ziel eines erfolgreichen Wegs in Richtung CO2-Neutralität hat sich für den ersten Bauabschnitt das Gebiet vom neuen Sportzentrum in der „Schwörz“ bis zum Ernst-Abbe-Gymnasium samt den Straßenzügen Beethovenstraße und Hölderlinweg sowie einem kleinen Stück der Aalener Straße heraus kristallisiert. Der Standort für die Heizzentrale wäre beim Bauhof südlich der Kläranlage.

Auf Grund der Lage am Stadtrand wird eine längere Wärmenetztrasse notwendig werden. Westlich des Hölderlinwegs soll es dann im zweiten Bauabschnitt weitergehen. Dieser reicht dann über den Gutenbachweg und die Heinz-Küppenbender-Straße bis zur aktuell geplanten Sozialstation mit Tagespflege und betreuten Wohnungen am Uhlandweg.

Zahlreiche öffentliche und private Gebäude könnten in diesem Zug angeschlossen werden, erklärt Bürgermeister Traub in die Zukunft blickend. Als Ergänzungsgebiet zum Bauabschnitt zwei kämen noch das Rathaus und die Wohngebäude nördlich der Walter-Bauersfeld-Straße beziehungsweise am Gerhart-Hauptmann-Weg in Betracht.

Längerfristig wird auch das Areal rund um die Dreißentalschule über die Dreißentalstraße, die Volkmarsbergstraße und die Brunnenhalde-Straße in Betracht gezogen. Für einen kostengünstigen Wärmepreis muss dann aber auch die Firma Carl Zeiss als großer Abwärme-Lieferant oder Wärmeabnehmer mit einbezogen werden. Dies wird im Rahmen der aktuellen Quartiers-Konzeption untersucht.

Ein längerer Prozess

Die Stadt Oberkochen will sich nach Auskunft von Bürgermeister Peter Traub im Rahmen von Baukostenzuschüssen angemessen an den Investitionen für das Wärmenetz und beim Aufbau von Photovoltaik-Anlagen beteiligen. Das Thema „Photovoltaik“ soll auf Wunsch der Fraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“ allerdings noch einmal gesondert beraten werden. André Ludwig von der „Tilia GmbH“ wirbt dafür: „Photovoltaik spart Geld“, betont er. Bürgermeister Traub spricht von einem längeren Prozess. Traub wörtlich: „Wir werden die Welt nicht an einem Tag retten können.“ Lothar Schell

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