Oberkochens Mühlenvater und sein großes Mühlen-Werk

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Landrat Dr. Joachim Bläse +berreicht das Verdienstkreuz an Herbert Soutschek .
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Landrat Dr. Joachim Bläse überreicht Herbert Soutschek das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Oberkochen

Dieses Bundesverdienstkreuz ist eine besondere Auszeichnung für einen besonderen Menschen mit besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten.“ Das sagte Bürgermeister Peter Traub in seiner Begrüßung. Herbert Soutschek habe sich von 1989 bis 1994 als Gemeinderat, als langjähriger Vorsitzender der Soldatenkameradschaft und seit 17 Jahren als Macher im Mühlenverein engagiert. „Einer, der sich für die Gemeinschaft in Oberkochen einsetzt“, fügte Traub hinzu. Er erinnerte ans „verwahrloste Mühlen-Areal“ und die Gründung des Mühlenvereins unter dem Vorsitz von Herbert Soutschek als Segen für den Erhalt des einzigen noch vorhanden historischen Ortskerns. „Dies großartigen Leistungen haben wir ihrem ehrenamtlichen Engagement zu verdanken“, so der Bürgermeister. Das Bundesverdienstkreuz strahle aber auch auf Herbert Soutscheks Gattin Regina ab, die selbst in unnachahmlicher Manier mit angepackt habe.

Einen wunderschönen musikalischen Rahmen setzte Pianist Bernd Grill mit Werken von Domenico Scarlatti, J.S. Bach und Edvard Grieg.

Laudatio des Landrates

„Heute ist ein besonderer Moment“, eröffnete Landrat Dr. Joachim Bläse seine Laudatio. Es werde eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die es besonders verdient habe. Das Ehrenamt sei das Fundament für den Zusammenhalt der Gesellschaft und Herbert Soutschek habe in zahlreichen Facetten mittendrin gestanden. Im Fußball habe er dies beim 1. FC Oberkochen vorgelebt, als Jugend-Schwimmtrainer und bei der Soldatenkameradschaft.

Herbert Soutschek sei zusammen mit seiner Gattin das Aushängeschild für den Oberkochener Weihnachtsmarkt, der mit einem Ambiente weit hinaus strahle. „Herbert Soutschek ist eine überragende Persönlichkeit“, sagte Dr. Bläse.

20 Jahre lang sei er als Sprecher des Organisationsausschusses Bindeglied der Vereine gewesen. Bläse hob hervor, dass „Herr Soutschek als Heimatvertriebener in der neuen Heimat immer eine hohe Verantwortung übernommen hat. Über allem aber steht der 'Mühlenvater Soutschek'.“ Ihm an erster Stelle sei es zusammen mit einem kleinen Team zu verdanken, dass das gesamte Mühlen-Ensemble restauriert wurde und zu einem Ort der Begegnung und des kulturellen Lebens geworden sei. 70.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit steckten dahinter, wovon der Geehrte alleine über 25.000 Stunden eingebracht habe.

Ein besonderes Steckenpferd seien für Soutschek Veranstaltungen, allen voran der „wunderbare Weihnachtsmarkt.“

Die Tochter kennt den Vater

Viola Stiele schilderte ihren Vater als einen Menschen, der niemals sich selbst, sondern die Sache in den Vordergrund gestellt habe. So habe sie ihn schon als Kind im engen Familienverbund erlebt. Es sei ihrem Vater immer wichtig gewesen, sich aktiv in die Gemeinschaft einzubringen. Hintergrund sei vielleicht der Verlust der Heimat, die Welt einfach ein klein wenig besser zu machen. „Nie war für ihn Ehrenamt Selbstzweck“, betonte die Tochter, deren Dank Bürgermeister Peter Traub galt, der „meinen Vater als gewissenhaften Macher schnell erkannt hat.“

Auch durch schwere gesundheitliche Nackenschläge habe sich unser „Stehaufmännchen nie zurückwerfen lassen.“

„Danke, dass wir das gemeinsam geschafft haben, Dank vor allem an meine Regina“, sagte Herbert Soutschek, der trotz angeschlagener Gesundheit „seinem Kind“, der Mühle, weitere Impulse verleihen will.

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