Optimismus trotz weniger Schüler

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Sinfonietta spielt Bach in der Hammerschmiede.
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Düstere Zahlen. Warum Leiter Andreas Hug dennoch optimistisch ist.

Oberkochen/ Königsbronn. Corona hat tiefe Spuren bei den Einnahmen und Schülerzahlen hinterlassen. Dies zog sich wie ein roter Faden durch den Rechenschaftsbericht zum Jahresabschluss 2020 von Verbandsrechner Jürgen Rühle.

Das Rechnungsergebnis blieb mit 391660 Euro um zirka 81000 Euro unter den Planwerten. Die Gründe liegen auf der Hand, die Musikschule konnte nur noch ein eingeschränktes Angebot unterbreiten. Die Schülerzahlen waren mit 318 gegenüber dem Vorjahr 2019 (372 Schüler) stark rückläufig.

Von den 318 Musikschülern kamen im Jahr 2020 deren 175 aus Oberkochen und 105 aus Königsbronn. Die Zahl der auswärtigen Schüler ging von 47 (2019) auf 38 (2020) zurück. Den Rückgang bei den Einnahmen aus Musikschulentgelten bezifferte der Verbandsrechner mit 29 Prozent. Die Einnahmen aus Kursgebühren waren in diesem Zeitraum gar um über 47 Prozent eingebrochen. Die Personalausgaben des Zweckverbands lagen mit 48816 Euro (2020) um 14683 Euro unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt belief sich der Abmangel auf 182213 Euro und er liegt damit um 27545 Euro über dem Vorjahresergebnis.

Die Abmangel-Aufteilung erfolgft anhand der durchschnittlichen Schülerzahlen. 62,5 Prozent der Schüler kamen 2020 aus Oberkochen. Die Gemeinde Königsbronn hatte damit 37,5 Prozent des Gesamt-Abmangels zu tragen. Vergleicht man die Abmangelbeteiligung beider Kommunen zum Jahr 2019, ist für Königsbronn ein Anstieg des Abmangels um 18,9 Prozent auf 68186 Euro festzustellen. Für die Stadt Oberkochen ergab sich hier eine Steigerung um 17,28 Prozent auf 114026 Euro. „Die Musikschule steckt in einer problematischen Phase. Wenn sich daran nichts ändert, gehen wir schweren Zeiten entgegen“, so Verbandsrechner Jürgen Rühle in seinen Schlussbemerkungen fürs Jahr 2020. Das Rechnungsergebnis 2020 mit 391660 Euro wurde vom Zweckverband einstimmig gebilligt.

Corona schlägt auch 2021 zu

Die Gesamtsumme der Einnahmen fürs Haushaltsjahr 2022 bezifferte der Verbandsrechner bei der Einbringung des Haushalts mit 419600 Euro. Auf Musikschul-Entgelte sollen 125000 Euro entfallen, die Abmangel-Beteiligung Oberkochen wird mit 122200 Euro prognostiziert, jene für Königsbronn mit 106300

Euro. Der Ansatz für die Musikschulentgelte wurde noch einmal um 15000 Euro gesenkt wegen der weiter rückgängigen Schülerzahl im Jahr 2021 um 57 Schüler.

Die Talsohle sei aber erreicht, zumindest sei die Abmeldewelle gestoppt, erklärte der Verbandsrechner. Auch die tagesaktuellen Zahlen gäben Anlass zu Hoffnung. Gegenüber den Planzahlen 2021 ist die Schülerzahl nach den Statistiken des Musikschulleiters Andreas Hug von 271 auf aktuell 214 gesunken. Derzeit besuchen 93 Schüler aus Königsbronn und 107 Schüler aus Oberkochen die gemeinsame Musikschule. Nicht außen vor ließ Rühle, dass in Königsbronn die

Schülerzahl gesteigert wurde, während in Oberkochen ein weiterer Aderlass von 47 Schülern zu verzeichnen sei. Auch fürs Zahlenwerk 2022 gab es seitens der Zweckverbandsmitglieder einstimmig grünes Licht

Optimismus bewahren

Musikschulleiter Andreas Hug bleibt Optimist: Weniger Musikschüler sei nicht gleichzusetzen mit schlecht laufender Musikschule. Seit Oktober 2021 habe man eine sehr gute Auslastung aller beschäftigten Musikschullehrer und es sei ein allgemeiner Aufwärtstrend festzustellen. Konkret unterstrich Hug, dass „die Musikschule 2022 viel vor hat und es wird auch wieder Aufführungen geben.“ Man starte das Jahr 2022 voller

Optimismus und schon jetzt freue man sich auf die neuen Musikschulräume ab Herbst in der ehemaligen Tiersteinschule.

⋌Lothar Schell

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