Profit für Optik- und Optonik-Industrie

+
Der Gemeinderat Oberkochen hat zur Förderung der Künstlichen Intelligenz ein Budget von jeweils zwei Millionen Euro für die Jahre 2022 bis 2026 freigegeben.
  • schließen

  Die Stadt Oberkochen will die Entwicklungskooperation mit dem Frauenhofer Institut IOSB zum Aufbau einer Forschungsinfrastruktur für aktive Laserfasern aufbauen. Was geplant ist.  

Oberkochen

Wie diese Zeitung bereits aktuell berichtetet hatte, hat der Gemeinderat zur Förderung der KI-Forschung (Künstliche Intelligenz) ein Budget von jeweils zwei Millionen Euro für die Jahre 2022 bis 2026 zugestimmt. Die Planung nimmt jetzt Konturen an, wie Bürgermeister Peter Traub auf Nachfrage mitteilte. Ein detailliertes Konzept einer Entwicklungskooperation zum Aufbau einer Forschungsinfrastruktur zu aktiven Laserfasern am Standort Oberkochen liege auf dem Tisch.

Lasertechnologie – eine Schlüsseltechnologie

Die Lasertechnologie ist eine Schlüsseltechnologie für eine Vielzahl an Anwendungen und Produktion für Forschung, Industrie und Gesellschaft. Allerdings ist im Bereich der  Infrarot-Faserlaser die Forschung und Entwicklung an den aktiv dotierten Laserfasern noch nicht umgesetzt, was aber zur umfassenden Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette nötig wäre.

Frauenhofer Institut: Außenstelle in Oberkochen

Durch eine Förderung seitens der Stadt Oberkochen würde das Fraunhofer Institut vor Ort in Oberkochen eine Außenstelle mit einer entsprechenden Forschungsgruppe aufbauen, die Teil der Abteilung Lasertechnologie des Fraunhofer Instituts wäre und die fehlende Komponente zur nationalen Souveränität in Forschung, Entwicklung und Herstellungsfähigkeit aktiver Laserfasern im Infrarot-Bereich zeitnah ermöglichen würde.

„Auch die hier ansässige Optik- und Optonik-Industrie würde  stark profitieren“, so der Bürgermeister. Gemeint ist die Schnittstelle zu den beiden größten und forschungsstärksten Unternehmen in Oberkochen, nämlich den Unternehmen Carl Zeiss und Hensoldt Optronics. Traub nennt weitere Vorteile: Gleichsam wäre es sinnvoll, auch die HTW, die Hochschule für Wirtschaft und Technik Aalen, für ihre Forschung und Lehre in ihren Studiengängen Photonic und Optical Engineering sowie das Laserapplikationszentrum oder das Zentrum für optische Technologien partizipieren zu lassen.

Die Kosten: Für das Herstellen und Entwickeln der Faser-Rohlinge wird ein dediziertes Labor zur Glasbearbeitung, Glasdotierung und Glasformung benötigt (2,5 Millionen Euro). Für das Ausziehen der Fasern muss eine Faserziehanlage mit entsprechender Vor- und Nachbearbeitung aufgebaut werden, was eine Investition von weiteren 2,5 Millionen Euro erfordert. Diese Faserziehanlage benötigt als Besonderheit einen Faserziehturm, der über vier- bis fünf Stockwerke durch ein Gebäude hindurch installiert werden muss. „Ein geeignetes Gebäude müsste noch dafür gefunden und zur Verfügung gestellt werden“, blickt Traub in die nahe Zukunft.

Das benötigte Budget: zirka zehn Millionen Euro

Die einmaligen Investitionskosten lägen also bei zirka fünf Millionen Euro. Hinzu kämen 200 000 Euro jährlich für Sachmittel und jährlich 800 000 Euro an Personalkosten. 2023 will man gezielt starten, noch in diesem Jahr will man sich mit den diversen Rekrutierungsmaßnahmen und Beschaffungsvorbereitungen befassen. Das benötigte Budget beläuft  sich auf zirka zehn Millionen Euro – genau jener Betrag, den der Gemeinderat als Förderung der KI-Forschung bereits gebilligt hat.

Das Gremium muss allerdings noch grünes Licht geben für diese Entwicklungskooperation und das beschriebene Konzept. Die Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Euro sollen für diese Entwicklungskooperation eingesetzt werden. Am kommenden Montag wird darüber im Gemeinderat beraten und abgestimmt.

Der Gemeinderat trifft sich um 18.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses. Auf der Tagesordnung: Förderung der KI-Forschung, Bebauungspläne „Bühl-Gutenbach-Tierstein“ und „Bahnhofstraße-Kapellenweg“, Anschlussstelle B 19 „Oberkochen Süd“ provisorische Mensa an der Dreißentalschule, Generalsanierung der Tiersteinschule und Sanierung Primelweg und Uhlandweg.

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

Kommentare