Schüßler-Preis an Irion-Ulmer verliehen

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Emotionaler Moment: Die Enkel überreichen den Erna-Schüßler-Preis an Dorothee Irion-Ulmer. Von links: Dorothee Irion-Ulmer, Maria Noichl, Sonja Elser.
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„Gerechtigkeit als Überschrift ihres Lebens“: Die in Oberkochen lebende Ellwangerin wird für jahrzehntelanges kommunalpolitisches und soziales Engagement gewürdigt.

Oberkochen

Es war ein passender Rahmen für eine verdiente Preisträgerin, familiär und herzlich. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF), Sonja Elser, führte durch den Abend. Angelika Mörike rief die Biografie der Namensträgerin, Erna Schüßler, ins Gedächtnis: Eine Frau und Kommunalpolitikerin, die sich jederzeit für die Rechte von Frauen eingesetzt hatte und „Das ist halt so“ nie gelten lassen wollte.

Die diesjährige Preisträgerin Dorothee Irion-Ulmer sei eine Frau in dieser Tradition, befand Herbert Hieber, langjähriger politischer Weggenosse und Freund Irion-Ulmers aus dem Ellwanger Stadtrat. 1980 seien sie gemeinsam in den Stadtrat eingezogen, und alleine schon die Anzahl der Frauen im Rat zeige, dass die AsF immer noch gebraucht werde: „Damals waren fünf Frauen vertreten, heute nach 40 Jahren sieben.“ Irion-Ulmer habe eine besondere Gabe, auf Menschen zuzugehen, sich hineinzuversetzen und verstehen zu wollen. Wege öffnen und Brücken bauen sei ihr Anliegen gewesen. Den Respekt aller habe sie sich schnell erarbeitet. Mit riesen Energie habe sie sich unermüdlich sozial und kommunalpolitisch engagiert.

Maria Noichl, SPD-Europaabgeordnete und AsF-Bundesvorsitzende, sprach die Europäerin in Irion-Ulmer an, die Friedenspolitikerin. Irion-Ulmers Engagement als Schöffin und Gefängnisbeirätin sei Dienst in den Schuhen anderer und gelebte Sozialpolitik. Ob als Lesepatin oder ihr Engagement bei „Omas gegen rechts“, Ulmer habe immer ein offenes Ohr und Herz. Überhaupt: „Gerechtigkeit ist die Überschrift ihres Lebens.“

Oberkochens Bürgermeister Peter Traub beglückwünschte die Preisträgerin als Sozialdemokratin vom alten Schlag, die den Preis absolut verdient habe. Für „Frauen helfen Frauen“ bedankte sich Barbara Hartung, Dr. Alfred Geisel sandte ein Grußwort.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier nannte Irion-Ulmer ein Vorbild, die „nach Jahrzehnten des Ackerns und Steinehauens heute einen Tag der Ernte genießen“ dürfe. Die Arbeit sei aber leider nicht erledigt, wie auch ihr Engagement für Omas gegen Rechts und bei „Frauen helfen Frauen“ zeige.

Dorothee Irion-Ulmer freute sich über den Preis, erinnerte aber daran: „Engagement von Frauen in Gremien aller Art ist absolut notwendig.“ Gleichberechtigung müsse der Anspruch sein. Zugleich rief sie alle dazu auf, sich für die Demokratie zu engagieren, einzustehen und zu kämpfen: „Wir müssen Probleme nicht nur benennen, sondern lösen“. Es gebe viel zu tun, denn „Zivilgesellschaft, das sind wir“.

Mehr Bilder gibt es online unter www.schwaepo.de

Engagement von Frauen in Gremien aller Art ist absolut notwendig.“

Dorothee Irion-Ulmer, Preisträgerin u. Kommunalpolitikerin
Verleihung des 5. Erna-Schüßler-Preises
Verleihung des 5. Erna-Schüßler-Preises
Verleihung des 5. Erna-Schüßler-Preises
Verleihung des 5. Erna-Schüßler-Preises

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