Skisaison in Oberkochen kann bald starten

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Peter Beck (links), Tanja Hafner und David Sievers vor der Skihütte am Fuße des Volkmarsbergs.
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Was die Skiabteilung des TSV Oberkochen ausmacht.

Oberkochen. Wir sitzen in der kuschelig warmen Skihütte, gute zehn Minuten fußläufig vom Volkmarsbergplatz entfernt. Hochfahren ist streng verboten, schließlich liegt die Skihütte in einem Naturschutzgebiet. Der Vorsitzende der Skiabteilung, Peter Beck, Schriftführerin Tanja Hafner und Hüttenwart David Sievers haben zum Treffen eingeladen.

Fast 100 Jahre alt

Die meisten in Oberkochen sprechen vom Skiclub, richtig ist „Skiabteilung des TSV Oberkochen“, die derzeit etwa 100 Mitglieder zählt. „Wir sind immer noch eine sehr lebendige Truppe“, betont das Trio unisono. Klar, erfolgreiche Vergangenheit verpflichtet und das Ehrenamt bei der TSV-Skiabteilung, die bald 100 Jahre alt wird, ist großgeschrieben. Man denke an den legendären Karl Lense, der 1933 Deutscher Langlauf-Meister war. In der Tat, in den 1980er Jahren war die Skiabteilung erste Adresse im Nordischen Skisport innerhalb des Deutschen Skiverbands. Namen wie Thomas Prosser als erfolgreicher Nationalmannschaft-Skispringer oder Hartmut Fickert-Arnold als Mitglied des Biathlon-Nationalteams haben noch heute einen guten Klang. Gerhard Beck war mehrfach deutscher Vize-Meister im Biathlon. Peter Beck, Thomas Mangold, Jürgen Fuchs und auch Rainer Stadler zählten zur württembergischen Spitze im Nordischen Skisport.

„Holza Hans“ hat Hütte gebaut

Die alte Skihütte wurde 1959 vom „Holza-Hans“ gebaut. Ganz zu Beginn der Annalen gab es gar keine Hütte, aber man hatte eine Skischanze im Wolfertstal. 1980 wurde die Skihütte abgerissen und eine neue gebaut. Federführend waren als Bauleiter Horst Eichentopf und Heinz Meschenmoser. Alles geschah in Eigenleistung, eine echte Kärrner-Arbeit in Sachen Ehrenamt. Fast schon neidvoll blickt man auf die schneereichen Winter. Traumhafte Abfahrten mit dem Schlitten von der Skihütte runter zum Wanderparkplatz.

Drei verschiedene Loipen werden von den Ehrenamtlichen gezogen. Der Skilift braucht jedes Jahr einen Sicherheitscheck durch den TÜV. „Wenn es die Schneelage zulässt, können wir den Skilift zeitnah für die Öffentlichkeit freigeben“, sagt David Sievers.

Nachtrodeln statt Gugga-Rennen

Ein Riesenspaß waren jahrzehntelang die von Karl Maria Riede ins Leben gerufenen Plastikgugga-Rennen. Hunderte von Zuschauern säumten die Skihütte und verfolgten den Weg der Sportler durch die Röhre. Quasi als Nachfolger bietet die TSV-Skiabteilung – wenn es die Schneelage zulässt – ein Nachtrodeln an. „Es läuft auch heute noch viel bei uns“, betonen Tanja Hafner und David Sievers. Seit einem halben Jahrhundert frönt man der Ski-Gymnastik, die jetzt als „Cardio-Fitness“ ganzjährig angeboten wird. Und: Seit über 30 Jahren nimmt man am Langlauf-Skimarathon teil und man ist beim traditionellen „Engadiner Skimarathon“ mit von der Partie.

Natürlich will auch die heimelige Skihütte instandgehalten werden. 2016 wurden die Toiletten renoviert, 2018 gab's eine neue Küche. „Das geht trotz ehrenamtlichem Beistand ins Geld, aber wir sind kreativ“, sagt Peter Beck. Die Skihütte kann für Feste, Feiern und Veranstaltungen angemietet werden. Leider hatte es im letzten und in diesem Jahr wegen Corona einen Einbruch gegeben, aber 2019 zählte man im Idyll am Fuße des Volkmarsbergs immerhin 60 Veranstaltungen, für den Service zeichnen die Ehrenämtler verantwortlich.

Lothar Schell

Mehr unter www.skihuette-oberkochen.de

Wenn es die Schneelage zulässt, können wir den Skilift zeitnah für die Öffentlichkeit freigeben.“

David Sievers, Hüttenwart

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