Streicher wie aus einem Guss

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Sinfonietta Oberkochen.
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Die Sommerserenade der Sinfonietta Oberkochen-Königsbronn war heuer in den „Königsbronner Musiksommer“ eingebunden. Warum es ein Ohrenschmaus war.

Königsbronn/Oberkochen. In der Hammerschmiede brandet kaum enden wollender Beifall auf, als die der letzte Ton von Johann Strauß` Annen-Polka verklungen war. Dirigent Andreas Hug hat mit seinem Ensemble eine Meisterleistung abgeliefert. Und dies in allen Genres der klassischen und leichteren Muse. Besonders erfreulich dabei, dass der „Streicher-Samen“ der Musikschule Oberkochen-Königsbronn seine ersten Sporen bravourös vom Notenblatt spielte.

Den Auftakt setzen die Streicherinnen und Streicher der Sinfonietta mit fünf bäuerlichen Tänzen von Willy Schneider, den sogenannten „Hohenheimer Tänzen, die mit ausgelassen, anmutig, fröhlich und mit Humor vom Komponisten überschrieben sind. Streicher-Harmonie in allen Tonlagen wird geboten, getragen und gleichsam füllig mit Feingefühl ans Ohr der Besucher gebracht, mit akribischem Bogen zartfein intoniert. Dem Virtuosen der Violine, Antonia Vivaldi, ist das Conertino in A-Dur gewidmet - in den drei typischen Sätzen Allegro Molto, Andante Molto und Allegro. Auch der „Maestro“ der Sinfonietta greift jetzt zum Instrument zwischen Tiefgang und prächtiger Fülle.

Besonders besticht die punktgenaue Harmonie im Gesamt-Ensemble. Im Allegro-Schlusssatz vernetzen sich furiose Akkorde mit subtiler Klangvielfalt. Durchhaltevermögen und volle Konzentration sind gefragt bei Johann Ludwig Bachs Suite in G-Dur. Technische Perfektion zieht sich wie ein roter Faden durch das schwierig gesetzte Stück, das die Musikerinnen und Musiker ohne Fehl und Tadel intonieren. Zum Finale mutiert die Hammerschmiede zum Wiener Ballsaal, als die Annen-Polka erklingt.

Der Kontrapunkt, locker, luftig und stimmungsvoll, Wiener-Prater-Stimmung kommt auf. Die Sinfonietta war wieder eine ganz heiße Nummer.

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