Traub für Verbleib von Hensoldt

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Blick auf Teile des Gewerbegebiets Oberkochen Süd II mit YG-1 (im Vordergrund). Das geplante Gewerbegebiet Oberkochen Süd III schließt sich ab dem Weg an. Die Firma Hensoldt hat jetzt die für YG-1 bisher reservierte Freifläche gekauft und plant darauf so
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Das Gewerbegebiet „Oberkochen-Süd III“ wurde von der Tagesordnung genommen. Am 22. Dezember will man nun Nägel mit Köpfen machen.

Oberkochen

Joachim Zorn war zwar in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats da, aber „nur“ für die nichtöffentliche Sitzung. Öffentlich wurde nicht beraten, weil laut Bürgermeister Peter Traub noch einige Dinge des Bebauungsplans nichtöffentlich zu beraten seien. Bürgermeister Traub nahm ausführlich zum Thema „Hensoldt Optronics“ Stellung. Der Hensoldt-Konzern habe sich zu einem namhaften Technologieführer entwickelt.

„Unsere Unternehmen sind die Basis des Wohlstands von Oberkochen“, erklärte Traub. Sie böten Arbeitsplätze und Tausenden von Familien die Sicherung der Existenzgrundlage. Die von dort zufließenden Gewerbesteuereinnahmen erlaubten Oberkochen eine überragende Infrastruktur. Ganz aktuell jetzt ein neues Hallenbad und neue Sporthallen.

Dem Ostalbkreis werde es dank der Oberkochener Steuerkraft und seiner Kreisumlage ermöglicht, drei große Kreisberufsschulzentren und gleich drei Kliniken zu finanzieren, führte Traub weiter aus.

Es sei nicht anmaßend, aber ohne Oberkochen wäre dies nicht möglich. Wenn sich Bürgermeister und Gemeinderat jetzt stark machten, um die Baumöglichkeit und damit um den Verbleib von Hensoldt, dann „ist das nicht Gier, sondern Sicherung des Wirtschaftsstandorts“, so der Bürgermeister.

Es gehe schließlich auch um Existenzsicherung für die Beschäftigten und um die Sicherung des Wohlstands hier auf der Ostalb.

Traub wehrte sich gegen Vorwürfe, man gehe leichtfertig vor. Vielmehr würden mit dem geplanten Gewerbegebiet „Oberkochen-Süd III“ verbundene Eingriffe in die Natur und Landschaft sorgsam abgewogen. Dies zeige sich schon daran, dass die Stadt sich im Rahmen eines raumordnerischen Zielabweichungsverfahrens und des Bebauungsplanverfahrens auf mehreren hundert Seiten ausführlich mit ökologischen Belangen beschäftige.

Eingriffe würden an anderer Stelle ausgeglichen und neue Biotope geschaffen. Der Flächenverbrauch werde reduziert, wie auch der Eingriff in die vorhandenen Biotope.

Anstatt 8,3 Hektar, wie ursprünglich geplant, würden nun lediglich noch 3,3 Hektar zusätzliche Fläche verbraucht. „Aus meiner Sicht ist das ein guter Kompromiss, der von allen mitgetragen werden könnte“, fügte Traub hinzu.

Bloße Verhinderung werde allerdings dem komplexen Sachverhalt und den Zusammenhängen nicht gerecht. Der Zeitplan sei eng gezurrt. Das neue Hensoldt-Werk müsse Ende 2024 fertiggestellt sein. Bis dahin müsse der Flächennutzungsplan geändert, ein aufwändiges Zielabweichungsverfahren durchlaufen, ein nicht weniger aufwändiger Bebauungsplan aufgestellt, eine Erschließungsplanung erstellt, die Erschließung bis Ende 2022 abgeschlossen und ein über einhundert Millionen teures Werk gebaut sein.

„Ich bitte alle um Unterstützung, auch im Namen des Unternehmens Hensoldt Optronics und seiner Beschäftigten“, appellierte Bürgermeister Traub abschließend.

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