Tüftlerherzen für den Modellbau

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Viel Arbeit, gerade während der Pandemie: Die Mitglieder des Eisenbahn-Amateurclubs haben beachtliches auf die Beine gestellt. Am 3. Juli ist nun Tag der offenen Tür.
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Hinter dem Oberkochener Bahnhof hat der Eisenbahn-Amateurclub sein Domizil. Was sich dort bewegt vor dem Tag der offenen Tür.

Oberkochen. Siebzehn Meter lang und sieben Meter breit ist die Modelleisenbahnanlage des EAC und nimmermüde ist man beim harten Kern auf jeden Fall. Immer wieder neue Ideen werden gekürt, jetzt hat man gerade im hinteren Bereich eine „Großbaustelle“ eingerichtet. Der obere Schattenbahnhof wird um neunzig Grad gedreht, die Ansätze sind schon erkennbar und man sieht, dass hier für die Optik eine weitere Attraktion entstehen könnte. „Wir sind Tüftler und brennen für die Eisenbahn“, sagt Hermann Eiberger, der seit neun Jahren erster Vorsitzender bei den Modellbahn-Freaks ist. Bei den Eibergers ist der Eisenbahn-Amateurclub Familiensache: die „bessere Hälfte“ ist mit am Zug, auch Sohn und Tochter und die Schwester.

Der EAC ist der kleinste Verein in Oberkochen, aber einer der ganz rührigen, so ganz im Stillen. So ganz still war es aber gar nicht während der zweijährigen Pandemie.

Da wurde viel solo gearbeitet, getüftelt, kreativ weiterentwickelt. Jeder vom „harten Kern“ hat einen Schlüssel fürs Vereinsheim. Und siehe da, der Mitgliederstand wurde von neunzehn auf 27 gesteigert. Die Mitglieder kommen aus Oberkochen und aus dem Kreis Heidenheim, aus Aalen, vom Härtsfeld und sogar aus Bopfingen. Im letzten Jahr hätte man gerne das siebzigjährige Bestehen mit einem Tag der offenen Tür gefeiert – Corona sagte nein.

Jetzt gibt´s am 3. Juli von 10 Uhr bis 17 Uhr quasi die Nachlese. Mit am Werkeln ist auch der siebzigjährige Bodo Schumann, seit Kindesbeinen ein Freund der Modelleisenbahn. „Bei diesem Hobby habe ich das Lesen gelernt“, blickt er zurück. 2019 gab´s einen Tag der offenen Tür, dann war er mittendrin und zusammen mit Uschi Raichle sorgt er für die Schönheiten des Landschaftsbaus für die Vorzeige-Anlage.

Hermann Eiberger versäumt es nicht, Stadt und Gemeinderat zu danken, als das Dach neu eingedeckt werden musste. „Geben und nehmen, das ist für uns selbstverständlich“, unterstreicht der Vorsitzende. Aus dem Vereinssäckel und aus Spenden wird die Außenanlage instand gehalten, jetzt wurde die Außenwand des Vereinsheims zur Bundesstraße hin mit einem Trapezblech verkleidet und ein Regenablauf realisiert mit der Verlegung von Drainage-Rohren – Ehrenamt pur.

Schon seit 1984 brennt das Herz von Friedrich Hauf für den Eisenbahn-Modellbau. Er ist „maitre de plaisir“ für den Umbau des Bahnbetriebswerks. Klar, da hat der harte Kern eine Großaufgabe vor der Brust. „Das wird wohl bis zu unserem 75. Geburtstag dauern“, vermutet Hauf. Jetzt will man aber erst mal mit dem Tag der offenen Tür am 3. Juli an die Öffentlichkeit gehen und zeigen, dass auch ein kleiner Verein Großes leisten kann. Da werden auch die Fahrzeige in Vitrinen zu sehen sein und alle Züge – rund vierzig – werden rollen. Für die Kinder soll es ein spezielles Bastelprogramm geben.

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