Übung: brennendes Wohnhaus, sechs Vermisste

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Gemeinsame Übung der Feuerwehren Oberkochen und Unterkochen: Angenommen wurde ein Brand im Erdgeschoss, welcher sich schnell ausbreitete, sodass sich sechs Bewohner nicht mehr selbst retten konnten.

Feuerwehr Oberkochen und Unterkochen üben gemeinsam den Ernstfall.

Oberkochen.

Dienstag, 18:40 Uhr: Rauch und Schreie kommen aus einem Mehrfamilienhaus im Kapellenweg in Oberkochen. Was nach einem Horrorszenario klingt, war eine gemeinsame Übung der Feuerwehren Oberkochen und Unterkochen. Angenommen wurde ein Brand im Erdgeschoss, welcher sich schnell ausbreitete, sodass sich sechs Bewohner nicht mehr selbst retten konnten. 

 

Städteübergreifende Zusammenarbeit ist insbesondere bei der Feuerwehr wichtig. Wenn es in Oberkochen zu einem größeren Brand oder Verkehrsunfall kommt, dann rücken die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Aalen, Abteilung Unterkochen, mit an. Damit die Zusammenarbeit im Einsatzfall auch reibungslos funktioniert, wurde am vergangenen Dienstag bei einem angenommenen Wohnungsbrand zusammen geübt. In einem Abrisshaus wurde ein Brand im Erdgeschoss angenommen, welcher sich schnell ausbreitete und das ganze Treppenhaus verrauchte, sodass sich die Bewohner der oberen Geschosse nicht mehr selbstständig ins Freie retten konnten.  

Beim Eintreffen des ersten Einsatzfahrzeugs standen bereits mehrere Bewohner, gespielt durch die Jugendfeuerwehr, an den Fenstern der zwei Obergeschosse und riefen um Hilfe. Aus mehreren Fenstern quoll der Rauch, der durch eine Nebelmaschine erzeugt wurde. Ein Szenario, bei dem vieles gleichzeitig passieren musste und die Koordinationsfähigkeiten des Einsatzleiters forderte. Schnell waren 40 Einsatzkräfte mit fünf Fahrzeuge vor Ort. Die Menschenrettung hat oberste Priorität. Diese Aufgabe wurde an die zwei Löschgruppen der Feuerwehr Oberkochen übertragen, jeweils in einem Stockwerk. Parallel konnten die Kräfte aus Unterkochen den Brand im Erdgeschoss bekämpfen. Zeitgleich wurde eine Wasserversorgung aus dem nahegelegenen Kocher aufgebaut.   

Da der Treppenraum verraucht und nicht begehbar war, musste die Menschenrettung über tragbare Leitern erfolgen. Die zwei schreienden Bewohner wurden zuerst gerettet. Bei Personen in Panik besteht immer die Gefahr, dass diese springen könnten. Im Einsatzfall sind Informationen der Bewohner wichtig, um das Einsatzgeschehen gut zu koordinieren. Leider konnten die beiden Geretteten nicht sagen, ob sich noch weitere Personen im Haus befinden. Daher war es nötig,  unter Atemschutz  alle weiteren Räume des Stockwerks zu durchsuchen. Erst als klar war, dass sich in diesem Stockwerk keine weiteren Personen befinden,  konnte sich der eingesetzte Trupp zur Unterstützung der anderen Trupps ins zweite Obergeschoss begeben. Dort warteten zwei bewusstlose Personen auf Rettung. Diese stellte sich etwas schwieriger dar, da das Treppenhaus sehr eng war. Doch Dank jahrelanger Erfahrung konnte auch diese Herausforderung schnell bewältigt werden. In Angstsituationen reagieren Menschen panisch und reagieren oft unvorhersehbar. So war es auch bei dieser Übung. Denn zwei Bewohner flüchteten sich in das Dachgeschoss. Eine dieser Personen war bewusstlos, sodass sie aufwendig über die schmale Dachbodentreppe gerettet werden musste. 

 “Wenn Menschenleben in Gefahr sind, ist höchste Eile geboten. Da müssen die Abläufe sitzen. Und das tun sie, wie diese Übung eindrucksvoll bewiesen hat. Es ist fantastisch zu sehen, wie beide Wehren dies miteinander bewältigen.“  - Andreas Pfeiffer, stellv. Kommandant Feuerwehr Oberkochen. 

 

Ein weiteres Hauptaugenmerk der Einsatzübung war das sogenannte Schlauchmanagement - also das sinnvolle Verlegen der Schläuche. Da jeder Trupp einen Schlauch dabeihat, kann es im Treppenhaus sehr eng werden, sodass man Schläuche entweder von außen hochzieht oder im Treppenauge verlegt. Zudem darf man eins nicht vergessen: Ein typischer C-Schlauch mit 15 Metern Länge kommt auf fast 40 Kilogramm – und die Trupps müssen mehrere davon hinter sich herziehen. 

 

Die abschließende Manöverkritik vom Oberkochener Kommandant Bernd Betzler und seinem Unterkochener Pendant Stephan Stütz war durchweg positiv.  

„Gemeinsam komplexe Einsatzlagen zu üben, zu bewältigen, Bekanntschaften und Freundschaften pflegen, all dies wird sich nachhaltig positiv auf die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren auswirken und macht nebenbei Spaß und Lust auf mehr“. - Stephan Stütz, Abteilungskommandant Feuerwehr Unterkochen. 

Das Feuer war schnell gelöscht und alle Vermissten konnten rechtzeitig gefunden und gerettet werden. Diese Übung zeigt, wie unterschiedliche Wehren im Einsatzfall Hand-in-Hand arbeiten. 

 

 

Gemeinsame Übung der Feuerwehren Oberkochen und Unterkochen: Angenommen wurde ein Brand im Erdgeschoss, welcher sich schnell ausbreitete, sodass sich sechs Bewohner nicht mehr selbst retten konnten.
Gemeinsame Übung der Feuerwehren Oberkochen und Unterkochen: Angenommen wurde ein Brand im Erdgeschoss, welcher sich schnell ausbreitete, sodass sich sechs Bewohner nicht mehr selbst retten konnten.

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