Vielen Rückschlägen getrotzt

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NaturfreundhausOberkochen1970

Im kommenden Jahr wird die Ortsgruppe Oberkochen siebzig Jahre alt. Wie mutige Altvordere trotz Rückschlägen nie resigniert haben.

Oberkochen

Sie hatten es nicht immer leicht, die Oberkochener Naturfreunde mit ihrem schmucken Naturfreundehaus am Tierstein, heute gastronomisch verpachtet, aber immer noch Heimstatt für Veranstaltungen geblieben.

Erst jüngst war eine sehr kitzlige Situation entstanden, als man sich auf Grund von Personalproblemen vor dem Aus befand. Inzwischen hat man einen kompletten Vorstand, dreißig Neumitglieder und man blickt nach vorn. 

Die Naturfreunde sind 1953 aus dem seit 1949 bestehenden Wollenloch-Club hervorgegangen, im Grunde einer Höhlenforschergruppe. Dort schafften sich nicht wenige Neubürger aus dem einstigen anderen Teil Deutschlands ein sinnvolles Betätigungsfeld für ihre Freizeit. Gleichzeitig war dies ein Mit beginn zum gemeinsamen Wirken von Alt- und Neubürgern und damit ein nicht unbedeutendes Kapitel der Integration in der neuen Heimat unterm Volkmarsberg. Schnell entwickelte sich ein reges Vereinsleben mit Wandern, Kultur und Bildung sowie Natur- und Umweltschutz. Zusammenhalt und Geselligkeit gehörten zum Leitbild, allen voran aber gemeinsames Anpacken. Mit vorbildlichem Einsatz wurde der Bau eines Naturfreundehauses geplant und bereits 1958 eingeweiht und als Erbe des Wollenloch-Clubs wurden die Grabungen fortgesetzt und weitere Höhlen auf der Gemarkung Oberkochens erforscht.

Der Brand – ein harter Genickschlag

Die älteren Miglieder erinnern sich noch mit Schaudern an jenen Tag im Herbst 1974, als das Heim unterm Tierstein vollständig abbrannte. Von dem ganz in Holz errichteten Gebäude blieben nur ein paar Nebengebäude übrig. Die Freiwillige Feuerwehr und die Zeiss-Wehr waren machtlos. „Schütteln, anpacken und nach vorne schauen“ lautete die Devise. Resignation und Trauer waren nur eine kurze Zwischenstation. Der jüngst verstorbene Architekt Willibald Mannes wurde mit der Planung beauftragt. Erste Priorität war, die einmalig schöne Aussicht ins Tal und auf die Stadt zu erhalten. Undendlich viele Ehrenamtsstunden wurden eingebracht. Glückwünsche kamen aus dem ganzen Land, als am 5. Juni 1977 das neuerbaute Naturfreundehaus eingeweiht werden konnte. Blühendes Vereinsleben in den folgenden Jahren, eine florierende Jugendgruppe und die diversen Spartengruppen rund um Natur, Wandern und Umweltschutz blühten auf. In ehrenamtlicher Arbeit wurde 1994 mit einem Spielplatz ein wunderschöne Refugium für Kinder geschaffen. Viele Jahre engagierten sich die Naturfreunde im Ferienprogramm der Stadt. Auch übernahm man eine Patenschaft für den Gutenbach und man beteiligte sich an der Stadtputzete. Vergangenheit und Gegenwart, eine Parallele. In den letzen Jahren ist es ruhiger geworden um die Naturfreunde. Aber jetzt krempelte man wieder die Ärmel hoch, als es um den Fortbestand des Vereins ging. Die neue Vorstandschaft hat angekündigt, das Vereinsleben zu beleben und junge Familien fürs Vereinsangebot zu motivieren. Ziel: Im kommenden Jahr ein fröhliches Siebziger-Fest feiern.

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