Vom Schüleraustausch zur Internistin am Ostalb-Klinikum

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Hajnalka Toth Internistin Ostalbklinikum
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Wie für Hajnalka Toth (28) aus Oberkochens ungarischer Partnerstadt Mátészalka ein Traum wahr geworden ist und warum sie lieben Menschen in Oberkochen dafür dankt.

Oberkochen

Es war einmal, könnte die Geschichte beginnen. Ja, es war einmal eine Jugendliche, die am Gymnasium Tamás Esze in Mátészalka die Gelegenheit hatte, an einem Schüleraustausch am Ernst-Abbe-Gymnasium in Oberkochen teilzunehmen. Das war 2010. Dabei waren auch Schülerinnen aus den beiden anderen Partnerstädten Dives-sur-mer und Montebelluna.

Der erste Kontakt nach Deutschland, vielleicht damals schon ein Schlüsselerlebnis. „Wir haben bei Familien gewohnt, ich war bei Bürgermeister Peter Traub und seiner Gattin Claudia untergebracht“, erzählt Hajnalka, die in Mátészalka geboren und dort aufgewachsen ist.

Nach dem Abitur studierte sie in Debrecen sechs Jahre Medizin. Schon damals war der Wunsch gereift, in Deutschland Ärztin zu werden.

Vor dem Studium hatte Hajnalka bei der Firma Carl Zeiss sechs Wochen lang einen Ferienjob gemacht. Sie bekam eine städtische Wohnung, den Weg ebnete der frühere Kämmerer und Geschäftsführer der Stadtwerke Roland Seimetz, der auch als Vorsitzender des Vereins für Städtepartnerschaften viel fürs Zusammenwachsen der Menschen aus beiden Städten getan hat.

Ein Türöffner

„Für mich war Roland Seimetz ein Türöffner für meine Zukunft“, sagt Hajnalka Toth zurückblickend. Seimetz sorgte für den Kontakt mit Peter Gangl, der in der Aalener Straße zusammen mit Dr. Carmen Wörz eine Arztpraxis leitet.

„Frau Toth kam ab 2014 jährlich in den Sommerferien nach Oberkochen, um Praktika in unserer Arztpraxis abzuleisten“, sagt Peter Gangl. Freiwillig, wohlgemerkt. Hajnalka Toth sei ein bienenfleißiger Mensch und sie arbeitete kontinuierlich und selbstbewusst an der Erfüllung ihres Traums, der da hieß: „Internistin am Ostalb-Klinikum.“

Viel dazu gelernt habe sie bei ihren Praktika – in der Praxis, im Kontakt mit vielen Patienten, bei Notdiensten. „Ich danke von ganzem Herzen für die persönlichen Freundschaften“, sagt sie und sie nennt Namen: Roland und Seimetz waren die Türöffner, engen Familienanschluss habe es bei Peter und Kerstin Gangl gegeben, wo sie wohnen durfte, aber auch Reinhold und Renate Vogel sei sie für die Familienanbindung und die Freizeitaktivitäten dankbar. Auch dafür, dass sie durch Familienanschluss die deutsche Sprache inzwischen perfekt beherrscht.

Wichtige Mosaiksteine

Das alles seien wichtige Mosaikstein gewesen, um in Oberkochen Fuß zu fassen. Immerhin ließ die junge Hajnalka Familie und Freunde zurück, um ihren Traumjob zu verwirklichen.

Das hat sie geschafft. Im März 2018 hatte sie ihr Vorstellungsgespräch bei Professor Ulrich Solzbach am Ostalb-Klinikum. Sie bekam den Zuschlag als Assistenzärztin in der „Inneren Medizin.“ Ihr Arbeitsfeld ist bislang die Intensivstation und ab Dezember wird sie in der Notaufnahme tätig sein.

Auch heute noch hilft Hajnalka gerne aus, wenn sie freie Zeit hat und in der Arztpraxis Gangl/Wörz Not am Mann ist. Jetzt zum Beispiel, da die große Impfwelle begonnen hat. Für Peter Gangl ist die Geschichte noch nicht zu Ende: „Hajnalka ist bei den Patienten geschätzt und beliebt, ich freue mich auf künftiges, gemeinsames Wirken.“

Für Hajnalka Toth hat sich ein Traum erfüllt. Die 28-Jährige ist als Internistin am Ostalb-Klinikum tätig.

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