Von der Leidenschaft geküsst

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Rudi Koller fährt zwar gerne Ski und E-Bike, doch Tennis ist für ihn das berühmte "Tüpfelchen auf dem i". Bis 2026 will er Vorsitzender von Oberkochens Tennisverein bleiben.

Für Rudi Koller (69) ist der Tennisclub Oberkochen eine zweite Heimat. In den vergangenen Jahren hat er viele Projekte vorangebracht.

Oberkochen

Die Floskel von "Rudi ratlos" ist bei dem Vereinsvorsitzenden des TC Oberkochen (TCO) unpassend. Man könnte eher vom "Rudi rastlos" sprechen. Die Vereinsmitglieder wissen dieses Attribut zu schätzen, denn Koller ist einer, der immer darauf erpicht ist, das Vereinsleben zu aktivieren, die Jugendarbeit zu forcieren und Projekte realistisch zu starten.

Geboren und aufgewachsen ist Rudolf Koller in Schorndorf. Er hat Geodäsie studiert an der Uni Stuttgart, von 1984 bis 2004 arbeitete er bei Carl Zeiss im Geschäftsbereich, erst in vertriebsunterstützender und danach in vertrieblicher Funktion. Von 2005 bis zum Eintritt in den Ruhestand war er bei Carl Zeiss Optronics in der Funktion Geschäftsentwicklung angestellt.

Seit drei Jahren wohnt er in Niesitz. Mit dem E-Bike geht's runter in die zweite Heimat, die Tennis-Anlage in Oberkochen. Schon immer sei Sport für ihn Ausgleich für Schule und Beruf gewesen. Er spielte Fußball in Schorndorf, ist begeisterter Skifahrer und E-Biker, aber Tennis sei nun einmal das berühmte "Tüpfelchen auf dem i", lacht Koller.

Auf einem Campingplatz am Genfer See habe ihn auf einer Wiese mit selbst abgestecktem Feld und Wäscheleine die Leidenschaft geküsst. Eigentlich sei er einer, der mit Verein, Mannschaftsspiel und Ehrenamt gar nichts am Hut gehabt habe. Bis er Hubert Wunderle kennenlernte. Die Tennis-Begeisterung des langjährigen TCO-Sportwarts sei auf ihn übergesprungen. Die Faszination Tennis war angekommen. "Heute könnte ich mir ein Leben ohne Tennis gar nicht mehr vorstellen", stellt der rastlose Rudi fest.

Tennis ist für mich einfach Leidenschaft.

Rudi Koller TCO-Vereinsvorsitzender

Bei einer Vereinsfeier anno 2002 wurde er in den Morgenstunden weich gekocht. Die Folge: Vorsitzender. Das ist er bis heute, und er hat zusammen mit einem Ehrenamtsteam viel bewegt. Mit Investitionskosten von 160 000 Euro entstand ein schmuckes Vereinsheim. "Ich bewundere heute noch die grandiose Leistung der Mitglieder mit 3500 Stunden Eigenleistungsanteil", sagt Koller. Die Courts wurden auf Vordermann gebracht, ein tolles Fest zum 50-jährigen Bestehen des Vereins wurde organisiert. Koller erhielt beim Festakt die WLSB-Ehrennadel. Fast jedes Jahr standen neue Modernisierungsmaßnahmen ins Haus. Aktuell wird die Zugangsbrücke über den Kocher in Eigenleistung saniert. Immer Koller als Strippenzieher, der den Karren zieht.

Dass der Sport große Hilfsdienste leistet bei Kollers Integration in die Kommune lässt er nicht außen vor. Als er 1988 nach Oberkochen gezogen ist und in die Fußball-AH des TSV Oberkochen eintrat, habe er viele Sportbegeisterte kennengelernt, die ihm die Einbindung ins kommunale Leben erleichtert hätten. Es sei dadurch leichter gefallen, die Familie in Oberkochen zu integrieren. Koller kommt aus dem Reden kaum mehr heraus, als er vom Kocher-Cup mit internationaler Beteiligung spricht, der vom 13. August bis zum 16. August über die Bühne gehen wird. Die stetige Entwicklung bis zur heutigen "DTB-German Master-Series" nennt er eine abenteuerliche Entwicklung, "Jetzt startet die 26. Auflage, dafür bin ich Hubert Wunderle sehr dankbar", fügt Koller hinzu. Er selbst ist auch noch aktiv, im erfolgreichen Team "Herren 60", das von der Bezirksstaffel in die Verbandsstaffel aufgestiegen ist. Sieben Mannschaften hat der TCO derzeit am Start. Kollers größtes Ziel ist die Forcierung der Jugendarbeit. Da wolle er absolut nicht nachlassen in puncto Zukunftssicherung.

Seine eigene Zukunft? Auch da ist Rudi nicht ratlos. Bis 2026 will er Vorsitzender bleiben. Grund: "Wenn alles gut läuft, werden wir bis dahin unsere Vereinsschulden getilgt haben", sagt er.

Rudi Koller fährt zwar gerne Ski und E-Bike, doch Tennis ist für ihn das berühmte "Tüpfelchen auf dem i". Bis 2026 will er Vorsitzender von Oberkochens Tennisverein bleiben.

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