Vorläufiger Bebauungsplan vom Tisch

+
Blick vom Rodstein auf Oberkochen. Die Gemeinderäte haben jetzt die Entwurfs- und Auslegungsbeschlüsse zu den geänderten Plänen fürs Gewerbegebiet „Oberkochen-Süd III“ gefasst. Archivfoto: opo
  • schließen

Der Gemeinderat hat die Entwurfs- und Auslegungsbeschlüsse zu den geänderten Plänen fürs Gewerbegebiet „Oberkochen-Süd III“ bei einer Gegenstimme gefasst.

Oberkochen

Mit mahnenden Worten, die Entscheidung pro Gewerbegebiet noch einmal zu überdenken, wandte sich Martin Schaub namens der Bürgerinitiative ans Gremium. Hensoldt sei über weite Strecken ein Rüstungsbetrieb, Oberkochener Rüstungsgüter gingen um die Welt und diese Produktion solle in Oberkochen ausgebaut werden.

„Was machen Sie mit den Mikro-Chips, die Zeiss herstellt, die sind auch eingebaut in Geräte“, erklärte Bürgermeister Peter Traub und er fügte hinzu: „Wir alle wollen keinen Krieg und wir sind auch nicht zuständig für Kriege, fügte er hinzu. Fakt sei, dass Unternehmen wie Hensoldt und Zeiss hier in Oberkochen für eine hervorragende Infrastruktur sorgten.

Traub sprach von einem „Stück Scheinheiligkeit“, wenn Gemeinderat und Bürgermeister an die Wand gestellt würden. Man könne nicht Krieg mit Bebauungsplänen vermischen. „Vielleicht geht es auch eine Nummer kleiner“, schrieb Traub der Bürgerinitiative ins Stammbuch.

Tenor: Ein guter Kompromiss ist gefunden

Diplom-Ingenieur Joachim Zorn vom Planungsbüro Stadtlandingenieure aus Ellwangen ging auf die veränderte Planung ein, worüber diese Zeitung bereits im Vorfeld ausführlich berichtet hatte. Zorn ging auf die flächenmäßige Abspeckung ein und er betonte, dass die geänderten Pläne nun in eine erneute Beteiligung einmündeten. Das Zielabweichungsverfahren sei nötig, um in den regionalen Grünzug eingreifen zu können. Auch die FFH-Mähwiesen seien zu beachten.

Massive Untersuchungen habe es in puncto Artenschutz gegeben. Die gesamte Bilanz für Ausgleichsmaßnahmen lägen bei 97 Prozent.

Einpendler zeitigten eine erhöhte Verkehrs- und Umweltbelastung, monierte Dr. Joachim Heppner. Die könne man in Oberkochen aber gar nicht halten, Wohnungen würden anderswo in der Nachbarschaft bezogen. Für ein Optronic-Cluster sei Oberkochen viel zu klein.

Peter Beck betonte, dass die Flächenreduzierung fast fünfzig Prozent betrage. Man habe sich mit vielen Fachleuten um das Thema bemüht. Das Thema „Rüstung“ löse man nicht alleine in Oberkochen.

„Wir brauchen uns kein schlechtes Gewissen zu machen“, hob Richard Burger in dieselbe Kerbe. Wenn das Gewerbegebiet nicht in Oberkochen komme, dann ein paar Kilometer weiter. „Hierin liegt die Scheinheiligkeit, so einfach ist die Welt nun einmal nicht“, kommentierte Burger.

Bürgermeister Traub danke Joachim Zorn sowie Ina Wamsler und Stadtbaumeister Johannes Thalheimer für ein „sehr gewissenhaftes Vorgehen“.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie der Regionalverband und das Regierungspräsidium das Zielabweichungsverfahren bescheiden.

Wir brauchen uns kein schlechtes Gewissen zu machen.“

Richard Burger, Stadtrat

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

Kommentare