Wasserstoff-Produktion als Energieretter

+
Symbolbild Moleküle
  • schließen

Beim Bürgerforum des CDU-Stadtverbands Oberkochen waren der Ukraine-Krieg und Energie Thema.

Oberkochen.   „Die Entwicklungskooperation mit dem Fraunhofer-Institut ist eine wegweisende Entscheidung“, sagte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Martin Balle in seiner Begrüßung beim Bürgerforum.

Als „Ideengeber“, der die Kontakte zum Fraunhofer-Institut geknüpft habe, konnte er den wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Winfried Mack in der  „Grube“ willkommen heißen.

Die Anwesenden waren sich einig, dass der Fraunhofer-Standort in Oberkochen neue Arbeitsplätze generieren werde. Mack erinnerte an Schlagzeilen der 1990er-Jahre wie „So sieht ein sterbender Ort aus“, als Zeiss darniederlag und in Oberkochen die Stadtkasse leer war.  Der seinerzeitige Mut der Stadt Oberkochen, sich in Schulden zu stürzen und mit Gewerbegelände den Weg für Zeiss in die Zukunft zu schaffen, habe sich gelohnt. „Vom sterbenden Ort zum  heutigen Weltmarktführer Zeiss“, sagte Mack.

Einmalig in Europa

Mit der Entscheidung pro Ansiedlung Hensoldt werde das Saatgut aufgebracht für die Zukunft, hieß es beim Bürgerforum. Man habe hier „ein Biotop für optische Technologien.“ Fraunhofer als Kooperationspartner sei „Synonym für eine starke Optik.“ Die Laser-Forschung, Laser-Entwicklung und Laser-Produktion in konzentrierter Form seien einmalig in Europa und stärke den Wirtschaftsstandort Oberkochen nachhaltig.

Wladimir Putins Propaganda sei leicht zu durchschauen, fuhr Mack fort. Der beschuldige die NATO, sich nach vorne zu entwickeln. Die NATO sei aber ein Verteidigungsbündnis und stehe für Freiheit. Lange zurückliegend habe Roderich Kiesewetter davor gewarnt, dass es zu einem Ukraine-Konflikt kommen könne.„Jeder Tag wird schlimmer, es geht immer mehr in Richtung Völkermord“, betonte Mack, der nicht außen vor ließ, dass Militärexperten durchaus mit dem russischen Einsatz von ABC-Waffen spekulierten. Wenn die  Russen tatsächlich in die baltischen Staaten einmarschierten, trete der NATO-Bündnis-Fall ein. Sehr vorsichtig, so Mack, müsse man mit der Entscheidung um ein Gas-Embargo umgehen, was „unsere Wirtschaft fundamental schwächen würde.“ Priorität sei, Russland mit harten Sanktionen kontinuierlich zu isolieren. 

Einig war man sich beim Bürgerforum, dass Klimaneutralität oberstes Ziel sein müsse. Kurzfristig, so Mack, könne man einen „Streckbetrieb bei Atomkraftwerken ins Auge fassen.“ Der Fokus müsse jetzt auf Wasserstoff-Produktion liegen. Baden-Württemberg werde nur Industrieland bleiben, wenn man dies schaffe. Windräder-Bau allein reiche nicht. Erneuerbarer Strom reiche nur, um die Hälfte der Stahlindustrie klimaneutral zu machen, rechnete Winfried Mack vor.

In puncto weltweiter Ernährung forderte Mack ein „Zusammenbringen von Bio- und konventioneller Landwirtschaft ein. Man könne nicht isoliert sagen, dass in Europa die Ernährung sichergestellt sei, vielmehr trage man auch Verantwortung für bereits jetzt stark hungerleidende Länder. Lothar Schell

„Die Lage in der Ukraine wird jeden Tag schwieriger“

Winfried Mack, Aalener CDU-Landtagsabgeordneter
Winfried Mack
Winfried Mack
Winfried Mack war zu Gast beim Bürgerforum des CDU-Stadtverbands Oberkochen.

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

Kommentare