Weichenstellung für Hensoldt AG

+
Blick auf Teile des Gewerbegebiets Oberkochen Süd II. Das geplante Gewerbegebiet Oberkochen Süd III schließt sich ab dem Weg an. Hensoldt hat die Freifläche gekauft und plant darauf sowie auf dem Gelände im Anschluss daran einen Neubau zu errichten. Arc
  • schließen

Im Gemeinderat geht es um die Entwurfs- und Auslegungsbeschlüsse für das Gewerbegebiet Oberkochen Süd, Teil III. Dabei geht es auch um ein Zielabweichungsverfahren.

Oberkochen

Die Fläche des Gewerbegebiets ist im Regionalplan 2010 des Regionalverbands als regionaler Grünzug (Ziel der Raumordnung) ausgewiesen. Um dort eine Gewerbeflächenerweiterung zu ermöglichen, ist eine Änderung des Regionalplans, beziehungsweise ein Zielabweichungsverfahren erforderlich. Der Antrag hierzu wird parallel zum zweiten Bebauungsplanentwurf und zum zweiten Entwurf der Flächennutzungsplan-Einzeländerung gestellt. Am Mittwoch steht die Billigung ins Haus, anschließend erfolgen die öffentliche Auslegung und parallel hierzu die Durchführung der Behördenbeteiligung.

Planungen im Gewerbegebiet

Das Planungsbüro stadtlandingenieure aus Ellwangen wird in öffentlicher Sitzung die Pläne vorstellen. Bezüglich des Antrags auf Zielabweichung wurden insgesamt 20 Standorte überprüft. Als „vorzugswürdig“ wird der erachteten Fläche „Oberkochen-Süd III“ eine gute Eignung für eine Umsiedlung des Unternehmens Hensoldt zugeschrieben. Viele andere Flächen auf der Verkehrsachse Aalen-Oberkochen-Heidenheim werden im Gutachten aus ganz unterschiedlichen Gründen ausgeschieden – zum Beispiel schlechte verkehrstechnische Anbindung oder der Mangel an zusammengehörigen Flächen.

Allerdings wird im Gutachten auch betont, dass der regionale Grünzug im Gebiet „Oberkochen Süd, III“ eine hohe Hürde einnehme.

Für Oberkochen, Süd III spreche insbesondere, dass es sich um eine zumindest teilweise schon erschlossene gewerbliche Baufläche handle. Im Vergleich zu anderen Standorten werde eine geringere Fläche neu beansprucht. Zuschnitt und Lage des Standorts ließen eine sehr flächensparende Umsetzung zu.

Auch „die vergleichsweise überschaubaren Wirkungen auf die Umwelt“, wie auch landwirtschaftliche Belange sprächen für eine „Vorzugswürdigkeit“.

Hierfür werde, so das Ingenieurbüro, auch die insgesamt vorliegende gute Eignung beim Verkehr durch CO2-freundliche Verkehrsmittel, wie Bahn und Fortsetzung des ÖPNV-Ausbaus und eine durch die Bündelungsvorteile mit Zeiss geringgehaltene jährliche CO2-Bilanz als Grundsatz umweltrechtlicher Effizienz berücksichtigt. So könnten Auswirkungen klimatischer Art abgefedert werden.

Zuletzt erfülle die Fläche im Gewerbegebiet „Oberkochen, Süd III“ die betrieblichen Standortanforderungen und ermögliche eine nachhaltige Betriebsentwicklung unter Minimierung individual- und logistik-verkehrlicher Emissionen.

Blick in den Umweltbericht

Thema in der Sitzung wird auch der integrierte Umweltbericht sein, wofür eine detaillierte Eingriffs- und Ausgleichsbilanz erstellt wurde. Der Ausgleich könne nur zu einem Teil innerhalb des Geltungsbereichs erfolgen. Die rechnerische Kompensation des verursachten Eingriffs könne aber durch externe Ausgleichsmaßnahmen zu 97 Prozent ausgeglichen werden.

Durch die deutliche Überkompensation wertvoller FFH magerer Flachland-Mähwiesen des Ausgleichs des nach Paragraf 30 Bundesnaturschutzgesetzes geschützten Biotops, könne der verursache Eingriff in Natur und Landschaft im Sinne dieses Gesetzes als ausgeglichen angesehen werden.

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

Kommentare