Weitere Etappe für Oberkochen-Süd III

+
Blick auf das Gewerbegebiet Oberkochen-Süd III Archivfoto: opo

Der Gemeinderat hat den Aufstellungsbeschluss gefasst.

Oberkochen. Der Oberkochener Gemeinderat beschäftigte sich mit der Behandlung der Ergebnisse der frühzeitigen Beteiligung. Einleitend betonte Bürgermeister Peter Traub, dass sich die Stadtverwaltung im Vorfeld ernsthaft und der Sache angemessen mit den Einwendungen der Petition der Bürgerinitiative befasst habe. „Alles, was die Bürgerinitiative artikuliert hat, ist eingehend geprüft worden“, versicherte Traub.

Ein großer Teil des 300 Seiten umfassenden Gutachtens sei den Themen Natur, Klima und Artenschutz gewidmet. Klar sei aber auch, dass man sich auch mit anderen Interessen zu beschäftigen habe.

Joachim Zorn vom Planungsbüro Stadtlandingenieure ging auf die Änderungen ein, die seit dem ursprünglichen Bebauungsplan vorgenommen worden waren. Der aktuelle Geltungsbereich des Gewerbegebiets (Planungsfläche) betrage jetzt 8,3 Hektar. Im Hinblick auf eine flächensparende Bebauung sei die Geschossflächenzahl von 1,2 aufs maximal zulässige Maß von 2,4 angehoben worden. Damit werde unter anderem die Abstufung des geplanten Geländes in Ost-West-Richtung innerhalb des Plangebiets berücksichtigt. Verstärkt sei dem Artenschutz Rechnung getragen worden, erklärte Zorn. Hier habe es schon im vergangenen Jahr umfangreiche Untersuchungen gegeben, die in diesem Jahr fortgesetzt wurden und aktuell noch bis Oktober laufen werden. Für Totholz und Käfer stünden noch weitere Untersuchungen ins Haus. Auf Grund der eingegangenen Stellungnahmen seien weitere Sonderuntersuchungen zur Haselmaus, zur Fledermaus, Zauneidechse sowie zur Schlingnatter vorgenommen worden.

Vorgesehen sei, Feldhecken beziehungsweise Gebüsche trockenwarmer Standorte im direkten Umfeld des geplanten Gewerbegebiets neu anzulegen. Auch müsse ein detaillierter Plan dargelegt werden, wann gerodet werden dürfe. Der Eingriff in die Natur wird, wie bei allen Baumaßnahmen von Gemeinden, nach Öko-Punkten bewertet.

Zorn und Bürgermeister Traub führten in diesem Zusammenhang die Planung eines Hutewalds aus Ausgleichsbilanz an. Dieser werde mit 200 000 Öko-Punkten bewertet und damit könne eine positive Ausgleichsbilanz erreicht werden.

Man habe es sich mit der „umstrittenen Baumaßnahme nicht einfach gemacht“, meldete sich Richard Burger zu Wort. Er betonte, dass alle Ausgleichsmaßnahmen in Oberkochen stattfinden. Man werde am Ende des Tages mehr Öko-Punkte erreicht haben trotz der „Schuldverschreibung durchs Gewerbegebiet.“

Bürgermeister Traub gab bekannt, dass alle Alternativ-Standorte im näheren Umfeld die Kriterien nicht erfüllt hätten. Im Klartext: Die Firma Hensoldt hätte dort nicht bauen können. „Nach Süd III ist Schluss mit Gewerbegebieten“, versicherte Traub. Albert Schwarz sagte hingegen: „Mit Owema, YG-1 und Hensoldt verändern wir das Mikro-Klima in Oberkochen.“ ls

Hutewald soll als Ausgleich dienen

Ein Hutewald ist ein vormaliger Wald, der auch oder ausschließlich als Weide zur Viehhaltung genutzt wurde. Bei dieser auch als Waldweide bezeichneten Form der Nutzung wird das Vieh in den Wald getrieben, um dort sein Futter zu suchen.

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare