Wie die SPD-Frauen den Lindenbrunnen verrückten

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Dieses historische Foto zeigt Oberkochens SPD-Frauen als Stadträte verkleidet beim Umzug.

Gerda Böttger erinnert sich an eine närrische Umzugstat, die einzig im Rathaus keinen Beifall fand.

Oberkochen Einen närrischen Nachklapp zum SchwäPo-Artikel liefert die ehemalige SPD-Gemeinderätin und heutige Ehrenbürgerin Gerda Böttger.

"Ja, es war in der Tat eine in doppeltem Sinne verrückte Sache", sagt sie. Die Diskussion im Gemeinderat war seinerzeit "kontrovers und hitzig", sagt Böttger. "Nur über meine Leiche", habe ein Stadtrat zur geplanten Versetzung geäußert. "Wir zwei Frauen im Gemeinderat haben dann einen Plan geschmiedet", blickt sie auf die Zeit Ende der 1980er Jahre zurück. Man beschloss, aus Pappe den Lindenbrunnen zu gestalten und den baute man auf einem Holzgerüst auf. So zog man beim Faschingsumzug mit. Eine "Leichenschau" der besonderen Art. Vorsorglich habe man der Verwaltung das Umzugsmotto nicht genannt: "Der Lindenbrunnen wird verrückt". Den Lindenbrunnen trugen die SPD-Frauen – als Gemeinderäte getarnt – auf der Straße von links nach rechts. Groß war der Beifall. Die Verwaltung war da schon weniger amüsiert.

Wohlgemerkt: Es war jene schöne Zeit, als es noch Frauen im Gemeinderat gab und beim Faschingsumzug noch lokale Besonderheiten unter die Leute gebracht wurden.

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