Wie es mit Dr. Joachim Heppner nun weitergeht

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Dr. Joachim Heppner

Hintergründe und Blick in die Zukunft nach dem Parteiaustritt des Bündnis 90/Grüne-Gemeinderats.

Oberkochen. Um es vorwegzunehmen, Dr. Joachim Heppner bleibt Mitglied des Gemeinderats und wird weiter als Fraktionssprecher der Grünen fungieren. Seinen Austritt aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen habe er nicht von langer Hand geplant, so Heppner. "Mein Unmut über die Corona-Politik ist seit einiger Zeit aber stetig gewachsen", sagt Heppner, der 27 Jahre lang Grünen-Parteimitglied war. Und ausdrücklich unterstreicht er: "Mein Austritt richtet sich ausdrücklich gegen alle Verantwortlichen in Bund und Land." Erst relativ spät sei er zur Auffassung gelangt, dass die Grünen "die aus meiner Sicht verfehlte Corona-Politik weitgehend mittragen."

Auf den Gemeinderat angesprochen sagt Heppner wörtlich: "Von meiner Seite sind keine Rückwirkungen geplant und ich strebe momentan keine neue Parteimitgliedschaft an." Grünen Projekten sei er immer zugeneigt. Als Beispiel nennt Heppner das ökologische Lichtkonzept, mit dem Oberkochen Vorreiter in der Region sei. Andere "grüne Projekte" seien seitens der Verwaltung bereits angestoßen wie zum Beispiel ein Radverkehrskonzept und ein Nahwärmekonzept.

Angesprochen auf die Mail-Nachricht an MdB Margit Stumpp vom 20. Februar betont Heppner, dass darin im Grunde genommen nichts Anderes enthalten sei, was die Schwäbische Post bezüglich seines Austrittsschreibens bereits berichtet habe. Eine Ungenauigkeit bezüglich seines Austrittsschreibens räumt Heppner ein. Kenntnis der Mail hätten die Mitglieder des Ortsverbands Oberkochen und der Landtagskandidat erhalten, aber nicht die Mehrzahl der Mitglieder des Kreisverbands. Der Kreisverband als Leitungsorgan sei unterrichtet worden.

Mein Unmut über die Corona-Politik ist stetig gewachsen.

Dr. Joachim Heppner ehemaliges Grünen-Mitglied

Er habe rückblickend auf die Pandemie und jetzt aktuell eine Politik erwartet, die sich nicht nur auf die Bekämpfung einer einzigen Krankheit fokussiere. Vielmehr eine Politik, die Rat von unabhängigen Expertengremien unterschiedlicher Fachrichtungen einhole, die sachlich korrekt und ohne Angst zu verbreiten informiere. "So wenig Zwangsmaßnahmen wie möglich" müsse die Richtschnur sein. Je länger die Corona-Restriktionen andauerten, umso größer werde der Schaden für die Gesellschaft, blickt Heppner in die Zukunft. Die Lockdown-Maßnahmen gehören baldmöglichst aufgehoben und die Teilnahme am öffentlichen Leben müsse allen nicht ansteckend erkrankten Menschen ohne Einschränkungen erlaubt werden. Corona-Texts und Impfungen müssten auf Dauer freiwillig bleiben.

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