Wie zu Fuß die CDU geboren wurde

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75 Jahre CDU Oberkochen
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Der CDU-Stadtverband Oberkochen feiert am kommenden Sonntag im Bürgersaal des Rathauses sein 75-jähriges Bestehen. Festredner ist Innenminister Thomas Strobl

Oberkochen

Ich bin sehr stolz auf die Leistungen und Errungenschaften der Altvorderen in 75 Jahren Parteigeschichte“, erklärt Stadtverbandsvorsitzender Martin Balle beim Gespräch mit dieser Zeitung. Der CDU-Stadtverband ist ein gutes Stück Familiengeschichte.

Seit 13 Jahren steht Martin Balle an der Spitze, zuvor hatte sein Vater, Ehrenvorsitzender und Ehrenbürger Bruno Balle, ein Vierteljahrhundert die Geschicke des CDU-Stadtverbands geleitet – von 1983 bis 2008. Der Gründungsgedanke geht auf einen Fußmarsch an einem kühlen Oktoberabend von Oberkochen nach Unterkochen anno 1945 zurück, als sich Fabrikant Josef Schmid, begleitet von Rochus Hug, auf den Weg gemacht hatte, um einer Einladung zu einem Treffen aller ehemaligen Zentrumspolitiker der Region im Gasthaus „Zum Stern“ zu folgen. Ziel der Zusammenkunft sollte die Gründung einer neuen christlichen Partei sein.

Auf Anregung von Josef Schmid machte sich in Oberkochen schon wenige Tage nach dem Unterkochener Ausflug ein Freundeskreis aus der katholischen Jugend daran, bei Hausbesuchen die Leute anzusprechen, von denen man annehmen konnte, dass sie dieser neuen christlichen Partei beitreten könnten. Die eigentliche Gründungsversammlung fand dann am 15. Januar 1946 in der „Restauration“ statt. Josef Schmid wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die CDU in Oberkochen habe sich immer durch Kontinuität an der Spitze ausgezeichnet, sagt Bruno Balle. Binnen 75 Jahren habe es mit Josef Schmid, Dr. Hans Schmid, Julius Metzger, Rudolf Eber sowie Bruno und Martin Balle nur sechs Vorsitzende gegeben.

Nicht ohne Stolz betont der Ehrenvorsitzende Bruno Balle, dass er während seiner Amtszeit eine lange Liste von Landes- und Bundesministern nach Oberkochen geholt habe, was sowohl der Partei wie auch der Stadt Geltung und Fortkommen verschafft habe. Bruno und Martin Balle verweisen auf die enge Verzahnung von Stadtverband und Fraktion in der Vergangenheit. Als „Zukunftsentscheidung für Oberkochen“ erwähnt der Ehrenvorsitzende das Jahr 2000, als die CDU den damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel nach einem Besuch bei der Firma Carl Zeiss zu einer öffentlichen Versammlung in die Dreißentalhalle eingeladen hatte. Alle leitenden Zeissianer waren präsent. Es ging um die Zukunft der Weltfirma, den Verbleib in Oberkochen und ums neue Gewerbegebiet im Süden der Stadt. „Teufel war der Türöffner“, erinnert sich Bruno Balle. CDU und Stadtverwaltung hätten mit Nachdruck das neue Gewerbegebiet forciert. Balles Dank gilt im Nachhinein auch Dr. Gert Littmann, der als ehemaliger Zeiss-Vorstand für die CDU dem Gemeinderat angehörte. „BB“ erinnert aber auch an die Leistungen der CDU in Sachen Wohnungsnot mit der Sanierung der Gewanne Dreißental, Brunnenhalde und Zeppelinweg mit der großen Unterstützung des damaligen Staatssekretärs Dr. Eugen Volz.

Für die Zukunft betont Martin Balle, dass für den Stadtverband Themen wie die Ausweisung eines Wohngebiets im Spitztal, Innenstadt-Sanierung und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt oberstes Gebot seien. Auch strebe man für die nächste Kommunalwahl „ein, zwei Sitze mehr im Gemeinderat an“. Nicht außen vor lassen dürfe man, dass Georg Brunnhuber seit seiner Wahl in den Bundestag anno 1990 eine „echte Speerspitze für den CDU-Stadtverband gewesen ist“.

Das 75-jährige Gründungsjubiläum wird am Sonntag, 7. November um 11 Uhr im Bürgersaal des Rathauses gefeiert. Saalöffnung ist um 10.30 Uhr mit anschließendem Stehempfang. Festredner ist Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender Baden-Württemberg. Die Veranstaltung ist öffentlich, es gilt 3G.

„Ich bin sehr stolz auf die Leistungen und Errungenschaften der Altvorderen in 75 Jahren Parteigeschichte.“

Martin Balle, CDU-Stadtverbandsvorsitzender

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